Von Kati Pierson 0
Interview zum Albumtitel

Howard Carpendale: "Wir haben zu lange gewartet, um Dinge zu ändern"

Howard Carpendale ist also kein Promi und, wie er singt, auch "Kein Typ für eine Nacht" – nur ein interessanter Typ, der über sich selbst lachen kann. Das merkten wir im Interview sofort. Jetzt wird es Zeit für das neue Album. "Viel zu lang gewartet" heißt es.

Howard Carpendale über den Titel des neuen Albums

Was hat es mit diesem Titel "Viel zu lang gewartet" auf sich?
Howard Carpendale: "Wir hatten sehr oft überlegt und viele Titel für dieses Album. Ich hatte den Titel „Zeitgeist“. Dann kamen wir  ein paar Tage später auf „Viel zu lang gewartet“. Und ich fand, das passt sehr gut."

Warum passt das?
Howard Carpendale: "Weil es nicht nur so platt ist, wie es da steht. Es ist ein Satz, den Menschen in allen Berufen und allen Arbeitszweigen sagen. Politiker, Bänker, ... Wir haben zu lange gewartet, um Dinge zu ändern. Wir haben es auch noch lange nicht geschafft. Wir müssen Dinge ändern in unserer Welt, die dringend notwendig sind."

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Das Ziel: Authentisch und ehrlich sein

Was bedeutet der Satz für Sie?
Howard Carpendale: "Viel zu lange gewartet, heißt für mich, dass ich für eine lange Zeit das Steuer nicht in der Hand hatte. Um wirklich authentisch und ehrlich zu sein, muss man einen sehr großen Anteil an seiner Arbeit haben. Nicht irgendeine singende Puppe für irgendeinen Produzenten. Das ist, glaube ich, nicht der richtige Weg. Das war ich auch mal – so zu „Das schöne Mädchen von Seite 1“-Zeiten!"

Aber seit ca. zwei oder drei Jahrzehnten sind Sie das doch nicht mehr?
Howard Carpendale: "Nein! Seit 74 habe ich meine Musik selber komponiert, und das fast durchgehend bis 2003. Bis auf die letzten paar Jahre, wo ich mich vom Komponieren ein bisschen zurückgezogen hatte. Aber das hat funktioniert, weil das Comeback eine Story bildete und da war es einfach für das Team Texte für mich zu schreiben. Danach sind wir ein bisschen ratlos gewesen. Wir hatten alles schon mal gesagt. Und das brachte mich in eine Stagnation."

Ist aus dieser Stagnation heraus dann auch die Idee entstanden, ein Ideencamp in Berlin zu machen?
Howard Carpendale : "Ja. Und das fand ich sehr spannend und gerade das ist es, was mich sehr motiviert hat."

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