Von Kati Pierson 0
Teamarbeit

Howard Carpendale über das Ideencamp in Berlin

Howard Carpendale hat die Songs zu seinem neuen Album „Viel zu lang gewartet“ auf eine ganz neue Art und Weise gefunden. Der Sänger versammelte um sich Koryphäen aus den verschiedensten deutschen Musikbereichen. Das Ergebnis ist mehr als hörenswert.

Im letzten Teil unseres Interviews fragten wir den gebürtigen Südafrikaner, wie sich die Arbeit an seinem neuen Album "Viel zu lang gewartet" gestaltete.

Wie kam es zu diesem Camp in Berlin?
Howard Carpendale: „Man hat mir nur mitgeteilt, dass eine Gruppe mit sehr vielen gemischten, erfolgreichen Komponisten und Textern in einem Hotel in Berlin auf mich warten. Da ging ich hin. Ich kam in diesen Raum und spürte eine sehr große Wärme und sehr viel Respekt von Künstlern, die nicht unbedingt meine Musik als deren Musik bezeichnen würden. Es waren Pop-, Independent und sogar ein paar Hip-Hop-Schreiber dabei.“

Howard Carpendale: „Alle waren sehr inspiriert“

Wie lief dieses Camp ab?
Howard Carpendale: „Wir redeten über Musik, mein Leben und meine Texte. Die gingen dann in kleinen Gruppen weg. Ein paar Stunden später wurden die ersten Titel vorgespielt. Alle waren sehr inspiriert durch diese ersten Nummern. So sind in den ersten 7 oder 8 Tagen die ersten Nummern entstanden. Wenn die Route einmal festliegt, dann ist es leichter.“

Was war das für eine Route?
Howard Carpendale: „Ich bezeichne es als eine Entwicklung. Aber nicht so weit, dass man Carpendale dabei verliert. Das ist einfach eine sehr intelligente Lösung. Es zeigt, dass es weiter geht. Irgendwann kommt man an einen Punkt, wo man nicht ganz genau weiter weiß. Für mich war es ganz wichtig, diese Richtung durch dieses Camp zu bekommen.“

Howard Carpendale: „Ich habe mich sehr involviert!“

Heißt das, dass Sie sich die Titel am Ende nur ausgesucht haben?
Howard Carpendale: „Ich habe mich sehr involviert. Jeder Titel wurde dann korrigiert und umgeändert. Bei manchem Titel habe ich sogar den ganzen Refrain geschrieben. Ich habe auch eigene Titel geschrieben. Es war wirklich durch und durch Teamarbeit. Geld war kein Thema. Davon wurde überhaupt nicht geredet. Das fand ich faszinierend.“

Hatten Sie keine Angst, dass Carpendale dabei verloren geht?
Howard Carpendale: „Viele Künstler sind in der letzten Zeit neue Wege gegangen. Die Prägnanteste war Vicky Leandros. Sie ist zu Xavier Naidoo gegangen. Ich hör sofort, dass es Naidoo ist, der die Songs  geschrieben hat. Die Frage war also, wie kann man sich leicht ändern ohne sich zu verlieren. Da war dies der sehr subtile Weg. Meine Freunde, die mit mir Golf spielen, die hören andere Musik. Ich habe denen „In diesem Moment“ vorgespielt und die sagten: „Der Alte kann auch rocken!“ Das macht Spaß. Ich bin kein Rocksänger, aber genau darum geht es. Man muss einen Weg finden, wo es noch glaubhaft ist.“


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