Von Kati Pierson 0
Interview mit einem Nicht-Promi

Howard Carpendale: "Ich bin kein Promi!"

Ich bin mit Howard Carpendale verabredet. In den heiligen Hallen der electrola hat der Sänger heute Pressetag. Als ich den Konferenzraum betrete stehen zwei Männer am Fenster, diskutieren und schauen nach unten. Den einen kenne ich. Es ist Howard Carpendale.

Howard Carpendales neues Album "Viel zu lang gewartet" steht in den Regalen und wir wollen uns ein wenig darüber unterhalten. Einiges habe ich im Vorfeld über diesen Mann gehört. Seine Musik begeisterte mich schon immer. Doch wie wird das jetzt werden?

Howard Carpendale: "Ich bin kein Promi!"

Ich gehe auf die Männer zu und stelle mich vor. "Und woher sind Sie?" fragt Howard Carpendale mit seinem so typischen Akzent. Erst will ich sagen: Rostock! Aber irgendetwas in mir sagt: Sag „Ich bin vom Promipool!“. Bauch über Kopf!

„Ich bin kein Promi!“ kommt sofort von der anderen Seite des Tisches. "Okay, dann geh ich mal wieder!" sage ich und deute ein Gehen an. Howard Carpendale muss lachen. "Aber wenn Sie sich nicht für einen Promi halten, was oder wer ist dann ein Promi für Sie?" will ich wissen.

Howard Carpendale: "Das Wort hat heute eine ganz andere Bedeutung!"

"Promi ist ein Wort, das ich – ich bin nicht böse, dass Sie es benutzen – nur, es ist ein Wort, das eine ganz andere Bedeutung heute hat. Einer ist entweder bei vielen Leuten interessant oder nicht. Das Wort Promi hat für mich eine ganz andere Bedeutung als vor 20 Jahren. Und ich möchte eigentlich nicht zu dieser Gruppe gehören. Ein Promi ist inzwischen, so, wie das Wort heutzutage benutzt wird,  meistens arbeitslos und irgendwie bekannt durch irgendwelchen Dschungel oder was weiß ich", erklärt der Südafrikaner mir seine Vorstellung von einem Promi.

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Ich will es genauer wissen. Wenn Howard Carpendale kein Promi ist, was ist er dann? "Interessant!" sagt er und wir Drei müssen lachen. "Kein Star? Kein Sternchen? Kein - King?" frage ich. Denn das lässt mir jetzt einfach keine Ruhe! "Carpendale ist eigentlich ein Typ, der ein bisschen grinst über sein bekanntes Dasein und sich freut, dass er bekannt ist. Das war mein Ziel und da bin ich irgendwie hingekommen und geblieben in den letzten Jahre", erklärt er mir geduldig. Irgendwie macht ihn diese Bescheidenheit wahnsinnig sympathisch.


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