Von Mark Read 0

Hope Solo: Sichert sie den USA den Weltmeistertitel?


Seit dem gestrigen Abend ist klar, dass die USA und Japan das Finale der Frauen-WM 2011 in Deutschland bestreiten werden. Am Sonntagabend machen sie in Frankfurt aus, wer die ausgeschiedenen Deutschen als Titelträger ablösen wird. Die USA konnten bereits zweimal den Titel holen, gegen die starken Japanerinnen wird es sehr schwer, dies ein drittes Mal zu schaffen. Schon jetzt ist klar, dass eine Frau im Finale wieder besonders im Blickpunkt stehen wieder: US-Torhüterin Hope Solo.

Solo zieht die Blicke fast schon magisch auf sich. Sie zählt nicht nur zu den attraktivsten Spielerinnen im Turnier, sondern ist auch die wohl beste Torhüterin. Im Viertelfinale gegen Brasilien rettete die 29-Jährige ihrem Team mit einer Superleistung im Elfmeterschießen das Weiterkommen. Sie parierte den entscheidenden Strafstoß von Daiane. Auch im gestrigen Halbfinale gegen Frankreich, das die USA etwas glücklich, aber nicht unverdient mit 3:1 gewannen, strahlte Solo wieder eine enorme Sicherheit aus. Auf sie wird es im Finale gegen die Japanerinnen ankommen. Doch in den USA ist Solo nicht erst seit diesem Turnier eine große Nummer.

Denn die Amerikaner lieben Helden, und vor allem solche, die es von ganz unten wieder nach ganz oben schaffen. Diesen "American Way of Success" verkörpert Hope Solo wie keine Zweite. Schon seit Jahren zählt die in Richmond, Washington geborene Solo zu den besten Torhüterinnen im Frauenfußball, und bei ihrer ersten WM 2007 wollte sie das der Welt zeigen. Bis zum Halbfinale gegen Brasilien war sie die Nummer eins und ließ nur zwei Gegentore zu. Doch dann setzte sie der damalige Trainer Greg Ryan ohne Begründung auf die Ersatzbank. Mit der zweiten Torhüterin Briana Scurry im Kasten kassierten die USA eine schmerzhafte 0:4-Pleite und schieden aus. Da sich die enttäuschte Solo anschließend öffentlich beschwerte, wurde sie aus dem Team geworfen und von den Mitspielerinnen geschnitten. Sie war ganz unten.

Doch die neue Trainerin Pia Sundhage begnadigte sie, und nach einer Aussprache mit dem Team war Solo wieder die Nummer eins. Bei den olympischen Spielen 2008 gewann sie mit den US-Girls die Goldmedaille und hatte mit tollen Paraden an dem prestigeträchtigen Erfolg großen Anteil. Doch dann kam 2009 eine schwere Schulterverletzung, die sie erst im September 2010 operieren ließ. Elf Schrauben wurden ihr in die verletzte Schulter eingesetzt. Lange war nicht klar, ob Solo überhaupt je wieder im Tor stehen würde, geschweige denn ob sie für die WM in Deutschland fit wird. Der Sportartikelhersteller Nike verarbeitete den Leidensweg der attraktiven Spielerin in einem tollen Werbespot (den ihr euch hier ansehen könnt). Mit dem Trainerteam der Amerikanerinnen arbeitete sie verbissen an ihrem Comeback und schaffte es rechtzeitig zum Turnier. Nun ist sie das Gesicht dieser WM und steht mit ihrem Team im Finale. Der Sieg am Sonntag wäre die Krönung ihrer Karriere. Hope Solo - eine besondere Fußballspielerin.


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