Von Nils Reschke 1
Remember „Dicki“

Hella von Sinnens bewegende Erinnerungen an Dirk Bach

Diese Zeilen von Hella von Sinnen sind schon ein Jahr alt. Doch sie treffen genau das, was viele in ihrer Trauer um Dirk Bach nicht ausdrücken können. „ Du warst Edgar, Lukas und der kleine Mönch“, schreibt die Entertainerin. „Urmel aus dem Eis, Karlsson vom Dach. Du warst mein Romeo. Wo du bist, ist oben.“


Der Tod von Dirk Bach hat Deutschland geschockt. Eine seiner besten Freundinnen war, oder besser gesagt: bleibt Hella von Sinnen. Die schrille Entertainerin, die einst an der Seite von Hugo Egon Balder mit der RTL-Show „Alles nichts oder!?“ Ende der 80er Jahre einem größeren TV-Publikum bekannt wurde, schweigt zum Tode ihres Herzensfreundes. Dem Berliner Kurier ließ sie stattdessen eine Laudatio zukommen, die sie vor rund einem Jahr für Dirk Bach verfasste. Und diese Worten rühren zutiefst. Sie können das Loch, das der Tod von „Dicki“ aufriss, nicht stopfen. Aber sie können erinnern an Dirk Bach und wie er allen Menschen im Gedächtnis bleiben wird.

Die Freundschaft zwischen Hella von Sinnen und Dirk Bach begann 1980. „Die dicke Tante – also ich – hatte hier in Köln studiert und an der Studiobühne der Uni Köln Theater gespielt“, erzählt Hella von Sinnen. Sie probte im Januar als Hera für Hephaistos. Zeitgleich teilte man sich die Bühne mit einer anderen Schauspielergruppe, die „Salome“ von Oscar Wilde einstudierte.  Hella von Sinnen war etwas zu früh dran. „Ich setze mich ins abgedunkelte Publikum und sehe... Tja. Was sehe ich? Einen, mit ’nem Hauch von Lendenschurz bekleideten, nicht sehr großen, rundlichen, ziemlich nackten, sehr stark behaarten Jüngling, der den Herodes gibt.“ Es war Dirk Bach! Sie erlebte Charles Laughton, Peter Ustinov und Willy Millowitsch in einer Person. „In der Person von Dirk Bach“, sagt Hella von Sinnen.

Und weil der auch anschließend von Sinnen bei den Proben musterte, traf man sich anschließend. Eine „wunderbare Freundschaft“ war entflammt. „Wir nahmen den einen oder anderen Liter Alkohol zu uns und hörten Culture Club“, erzählt die gebürtige Gummersbacherin von den Anfängen ihrer Freundschaft. Als „Die eiligen drei Faltigen“ traten sie erstmals mit Freundin Dad Stievermann auf, ehe sie sich in „Die Stinkmäuse“ umbenannten. Gemeinsam lebten sie in einer WG, bis Hella Cornelia Scheel traf und „Dicki“ seinen Lebensgefährten Thomas traf. „Conny und ich sind deine Mäuse, und du bist unser Mäusekönig.“ Sie kenne niemanden, ließ Hella von Sinnen in ihrer Laudatio wissen, der so großzügig und treu sei wie Dirk Bach. Ein wirklich guter Freund, ein sensationeller Kollege. So erinnert sich Hella von Sinnen an ihren „Dicki“.


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