Von Nils Reschke 0
Alles nur geklaut

Heino und seine Coverversionen: Gibt es den "Rockerkrieg"?

Jahrzehnte lang musste Heino damit leben, dass man ihn, sein Äußeres und vor allem auch seine Lieder auf die Schippe nimmt. Jetzt dreht der Volksmusiker den Spieß einfach um – die deutsche Rockwelt ist not amused.


Erst gestern haben wir vom neuen Album von Volksmusiker Heino berichtet, auf dem er bekannte Songs nicht weniger bekannter deutscher Rock-Bands covert. Da finden sich beispielsweise Die Ärzte mit „Junge“ in bester Gesellschaft mit den Sportfreunden Stiller und ihrem „Ein Kompliment“. Sogar vor Rammstein („Sonne“) macht Heino nicht halt. Gefragt hat der Schlager-König die betroffenen Bands allerdings nicht – und zieht so ihren Zorn auf sich. Während Heino selbst es als „ein wirklich schönes Stück Volksmusik“ empfindet, denken die Jungs von Rammstein ganz anders darüber.

„Wir könnten kotzen, zum Erbrechen“, zitiert die Bild-Zeitung Stimmen aus dem Umfeld der Band und sagt auch, dass sich das bei einigen anderen Gruppen nicht milder im Urteil anhört – wenngleich keine weiteren dieser Wortmeldungen zitiert werden. Sauer scheinen sie alle über den Alleingang das Schlagerstars zu sein.

Allerdings behauptet die Band Rammstein nun, dass der so genannte "Rockerkrieg" erstunken und erlogen sei. Auf der Homepage der harten Rocker heißt es: "Rammstein hat sich hierzu nicht geäussert. Die im Text genannten Zitate, die der Band in den Mund gelegt werden, spiegeln ausdrücklich nicht das Meinungsbild von Rammstein wieder." Mit Befremden habe man die Berichterstattung zur Kenntnis genommen.

Heino versteht den ganzen Trubel ohnehin nicht und verteidigt sich: „Jahrelang hat man mit meiner Person Schabernack getrieben – jetzt zeige ich den Leuten mal, was man aus ihren Liedern machen kann.“ Er jedenfalls würde sich das Singen nicht verbieten lassen.

Drohen dem 74-Jährigen jetzt sogar rechtliche Schritte? Nun, Heino scheint vermutlich auf der sicheren Seite zu sein. Denn eine rechtliche Grauzone verbietet ihm nicht, einen Song zu interpretieren, wenn Text und Melodie unverändert bleiben. Gar nicht witzig findet das deswegen auch Axel Schulz, seines Zeichens Manager der Ärzte: „Solange dieser Heini den Originaltitel nicht mutwillig verändert, werde ich nichts dagegen unternehmen.“

Bei einem entsprechend veröffentlichen Video sieht die Sachlage dann schon anders aus. Wie die Bild weiter berichtet, sollen Die Ärzte den Schlagerstar bereits mit einer sechsstelligen Schadenersatzklage gedroht haben, sofern dieser ein Musikvideo von „Junge“ veröffentlichen wird. Mal schauen, was da noch auf Heino zukommt.


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