Von Nils Reschke 0
Bundesliga Teamcheck

Hannover 96 hat an Europa Gefallen gefunden

Am 24. August ist es soweit: Dann eröffnete der amtierende Deutsche Meister Borussia Dortmund die neue Fußball-Saison 2012/13 gegen Werder Bremen. Es ist eine ganz besondere Spielzeit, denn die Bundesliga geht in ihre 50. Spielzeit. Grund genug für Promipool.de, die 18 Vereine im großen Promipool Bundesliga Teamcheck genauer unter die Lupe zu nehmen. Heute: die Niedersachsen von Hannover 96.


Für einige Minuten wurde es ausgerechnet am letzten Spieltag der Saison 2011/12 noch einmal spannend. Denn da lag Hannover 96 ausgerechnet gegen das Schlusslicht und Absteiger vom 1. FC Kaiserslautern 0:1 im Hintertreffen, während der VfL Wolfsburg sich über eine Führung beim VfB Stuttgart freute. Nach 90 Minuten allerdings waren die Kräfteverhältnisse aber wieder zurecht gerückt und die Roten hatten als Siebter abermals zumindest die Qualifikation zur Europa League geschafft. Europa – so lautet auch in der anstehenden Saison 2012/13 das Ziel von der Elf von Trainer Mirko Slomka.

Welche Akteure haben den Verein verlassen?

Wer weiß: Wenn Emanuel Pogatetz vorher gewusst hätte, dass sich der VfL Wolfsburg auch noch mit Naldo von Werder Bremen verstärken würde, vielleicht wäre die Entscheidung des Österreichers doch pro 96 ausgefallen. So aber ist der erfahrene Innenverteidiger der einzige wirklich schmerzhafte Transfer, den die Hannoveraner zu verkraften hatten. Immerhin zahlte der Konkurrent aus Niedersachsen für Pogatetz noch mehr als zwei Millionen Euro Ablöse, die reinvestiert wurde. Mit Moritz Stoppelkamp verlässt auch ein Offensivspieler die Roten in Richtung zweite Liga zum TSV 1860 München. Routinier Altin Lala entschied sich, dem Ruf von Bayern München zu folgen und unterstützt künftig deren „Zweite“. Das war es aber auch schon. Trainer Mirko Slomka kann also auf eine bereits sehr ordentlich eingespielte Truppe vertrauen.

Welche Spieler sind neu im Kader oder sollen noch kommen?

Im Gegenzug verpflichteten die 96er den Kader vor allem in der Breite, und hier vor allem defensiv. Felipe, der brasilianische Innenverteidiger von Standard Lüttich, hat sich Hannover immerhin 2,5 Millionen Euro kosten lassen. Er soll die Lücke schließen, die Emanuel Pogatetz hinterlässt. Als rechter Verteidiger kommt der Japaner Hiroki Sakai von Kashiwa Reysol für rund eine Millionen Euro. Etwa die Hälfte gekostet hat die Verpflichtung von Adrian Nikci, dem Mittelfeldakteur, der zuletzt für den FC Zürich am Ball war. Darüber hinaus freuen sich die Niedersachsen, dass sie mit Szabolcs Huszti einen alten Bekannte zurück an der Leine begrüßen dürfen, der von Zenit St. Petersburg aus Russland zurückkehrt. Den Kader erweitern drei hoffnungsvolle Talente aus den eigenen Reihen: Yannik Schulze als Innenverteidiger, Sascha Schünemann für das zentrales Mittelfeld und Niko Gießelmann für das linke Mittelfeld.

Wie lief es im letzten Jahr und welches Saisonziel ist dieses Mal realistisch?

Das Saisonziel ist klar formuliert. Die Saison 2012/13 will man in Hannover abermals mit einem Platz beenden, der für die Teilnahme am internationalen Geschäft berechtigt. So wie in diesem Jahr auch, wo die 96er die dritte Runde in der Qualifikation zur Europa League gegen St. Patrick's Athletic aus Dublin souverän gemeistert hat. Das absolute Plus in der vergangenen Spielzeit war die Heimstärke der Niedersachsen. Nicht eines der 17 Heimspiele in der AWD-Arena verlor Hannover 96 2011/12 – eine imponierende Bilanz, die selbst Borussia Dortmund oder Bayern München nicht aufzuweisen hatten. In Sachen Heimstärke war 96 bereits meisterlich. Es wird schwer, eine derartige Serie zu wiederholen, weswegen sich die Roten auswärts dringend steigern müssen. Es reicht für Platz fünf bis acht.

Was sollten Fußballfans noch wissen?

Nicht nur die Bundesliga feiert 2012/13 mit ihrer 50. Saison ein Goldjubiläum. Hannover 96 jubelt über seine 25. Spielzeit im Fußball-Oberhaus. Dass die Roten wie im letzten Jahr europäisch spielten, ist lange her. 1992/93 kickten die Niedersachsen im damaligen Europapokal der Pokalsieger, wo man in Runde eins gleich den Titelverteidiger erwischte. Der hieß ausgerechnet Werder Bremen. Die Grün-Weißen setzten sich damals im Weserstadion mit einem 3:1-Erfolg durch, während das Match in Hannover 1:2 verloren wurde. Damit gelang Bremen die Revanche für die Pokalniederlage im Halbfinale, in dem sich 96 mit 7:6 nach Elfmeterschießen durchgesetzt hatte. Wie übrigens auch später im Endspiel gegen Mönchengladbach. In beiden Shoot-outs hieß der Pokalheld Jörg Sievers, der damals Keeper der 96er war.


Teilen:
Geh auf die Seite von: