Von Kati Pierson 0
"Zeit für ein Lied"

Halleluja Paul: Ein Album voller himmlischer Schlager mit göttlichen Texten

Wir haben einen singenden Skihasen namens Hansi Hinterseer, einen kochenden Anton alias DJ Ötzi und einen Schlager-Dancing-Star Marc Pircher. Alle drei kommen aus Tirol. Seit Neustem haben wir auch einen waschechten singenden Priester aus Osttirol. Halleluja Paul gibt seine übergroße Menschenliebe jetzt auch musikalisch weiter.


Ein grauhaariger Mann mit einem Priesterkragen lächelt mich freundlich an. In Handschrift steht "Halleluja Paul" neben dem Portrait. "Zeit für ein Lied" heißt das Album. Wer will mich jetzt verschaukeln? Ein Blick in das zugehörige Schreiben verrät mir, dass das nicht die Absicht ist.

Sänger mit übergroßer Menschenliebe und seelsorgerischen Auftrag

Ich dreh die CD um. "Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst", "Halleluja", "Allmächtiger" - jeder Titel ist religiös angehaucht. Das kann ja himmlisch werden. Ich bin eine freifliegende Hexe und soll mir jetzt 14 Titel mit christlichem Hintergrund anhören? Faun, E-Nomine, Goethes Erben oder In Extremo wären schön, aber was soll ich mit göttlichen Klängen? Mit der PR-Tante muss ich dringend ein ernstes Wort reden.

Neugierig bin ich dann aber doch. Der Silberling dreht sich im Player und die ersten Töne erklingen. Das ist klingt zumindest nach Schlager. Handgemacht - aus der Konserve kommt da nichts. Willy Klüter, Joachim Hern Bernges und Andre Franke haben sich wirklich Mühe gegeben. So erstrahlen sakrale Klassiker und Volksweisen, aber auch eigene Kompositionen. Die Texte von Bernd Meinunger, Wolfgang Hofer und Ralph Siegel sind eine gesunde Mischung aus Gottesanbetung und Lebensbejahung.

Volksweisen und sakrale Klassiker in neuem Gewand

Die Lieder bringen einfach nur Freiheit, Optimismus und Freude zum Ausdruck. Außerdem hört man Glaubensstärke und die Freude ein Christ zu sein heraus. Dies nimmt man dem Sänger 100-prozentig ab. Zu einem Titel - der Volksweise "Einen gold'nen Wanderstab" gibt es eine berührende Geschichte. Seine Mutter lehrte den Osttiroler dieses Lied als er noch ein kleiner Junge war. 2012 verstarb Maria Kellner mit 95 Jahren. Am offenen Grab sang der Priester diesen Titel für sie.

Sicher sind die Texte auf Grund des religiösen Hintergrundes nicht Jedermanns Sache, aber mangelndes Talent oder fehlende Überzeugungskraft kann man Halleluja Paul nicht nachsagen. Alle 14 Titel sind mit viel Herzlichkeit und Wärme arrangiert. Also nehmen sie sich nicht "Zeit für ein Lied" sondern für alle 14 Lieder dieses Albums.


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