Von Nils Reschke 0
EM 2012 Halbfinale

Halbfinale: Alle blicken auf Cristiano Ronaldo – auch die Spanier

Im Fußball ist es eigentlich falsch, sich zu sehr auf einen einzelnen Akteur zu konzentrieren. Wie formulierte es Berti Vogts einst so treffend? „Der Star ist die Mannschaft.“ Bei der portugiesischen Nationalmannschaft ist das ein wenig anders.


Bei Portugal ist der Star nicht die Mannschaft. Hier heißt der Star eben Cristiano Ronaldo, der seine Brötchen bei Real Madrid verdient, aber heute Abend ab 20.45 Uhr auch im Fokus steht, wenn in der Donbass Arena in Donezk das erste Halbfinale der EM 2012 in Polen und der Ukraine angepfiffen wird. Seine Kollegen in der Nationalelf Portugals wissen um seinen Status, sein Nationaltrainer Paulo Bento ebenso. Ohne den vermeintlich arroganten Superstar ist Portugal nur die Hälfte wert. Und deswegen wird auch der amtierende Titelträger Spanien mit Sicherheit nicht den Fehler machen, CR7 auch nur einen Augenblick lang aus den Augen zu lassen. Im Gegenteil.

„Wir müssen ihn im Auge behalten“, fordert Spaniens Nationalcoach Vicente del Bosque von seinen Schützlingen. Man müsse alles daran setzen, Ronaldo zu deaktivieren. Wie das gelingen könnte, hat die deutsche Mannschaft beim 1:0-Sieg gegen Portugal im ersten Gruppenspiel gezeigt. Es war nun ja wahrlich nicht so, dass die Mannschaft von Joachim Löw dieses Match vollends bestimmt hat. Im Gegenteil. Da war auch eine Menge Glück dabei. Aber von Cristiano Ronaldo war 90 Minuten lang nichts zu sehen. CR7 war bei Jerome Boateng bestens aufgehoben. Ronaldo steigerte sich allerdings im Turnierverlauf. Gegen Dänemark musste er noch reichlich Prügel einstecken, weil er seiner Mannschaft wegen einiger guter, aber vergebener Chancen fast den Sieg gekostet hätte. Gegen Holland traf er dann aber zwei Mal zum 2:1-Sieg, ebenfalls gegen die Tschechen beim 1:0.

Also schaut ein ganzes Land heute Abend naturgemäß auf seinen Topspieler im portugiesischen Dress. Im iberischen Duell will man es dem großen Bruder aus Spanien zeigen – und den anderen Nationen, wie man den Titelverteidiger schlägt. Italien und Kroatien haben sich zwar anständig angestellt gegen die Furia Roja. Bezwingen konnten sie aber die Spanier auch nicht. Die träumen damit weiter von der EM 2012 und vom Titelhattrick nach dem Gewinn der Euro 2008 und der WM 2010. Alles ist möglich. Auch eine erneute Explosion von CR7.


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