Von Nils Reschke 1
Kloppo feiert Geburtstag

Häuptling „Flinke Zunge“: Jürgen Klopp und sein Aufstieg zum Kulttrainer

Heute ist er einer der beliebtesten Bundesliga-Trainer. Einer, der immer mit voller Leidenschaft an der Seitenlinie dabei ist. Heute feiert Jürgen Klopp aber auch Geburtstag. Der Übungsleiter mit der kessen Lippe wird 46.


So hat schon manche schillernde Trainerkarriere begonnen. Die von Thomas Schaaf etwa, wo in Bremen damals eine 14 Jahre andauernde Ära eingeläutet wurde. Wenn eine Mannschaft tief im Schlamassel steckt und auf die Schnelle kein „Feuerwehrmann“ bereit steht, dann besinnen sich Fußballvereine meist auf eine interne Lösung. Anfang 2001 stand der 1. FSV Mainz 05 am sportlichen Abgrund und auf einem Abstiegsplatz in der zweiten Liga. Also gab man einem jungen Mann namens Jürgen Klopp die Chance, das beste aus dieser Situation zu machen. In Rheinhessen ahnte damals niemand, was für einen Glücksgriff sie damit getan hatten.

Nachdem Jürgen Klopp also Ende Februar 2001 den 1. FSV Mainz 05 übernommen und anschließend zum Klassenerhalt geführt hatte, schenkte der Club ihm weiterhin das Vertrauen. Doch irgendwie schien anschließend ein Fluch über die 05er zu liegen. Erst fehlte dem FSV in der Sasion 2001/02 ein Punkt zum Aufstieg in die Bundesliga, ein Jahr später war es dann ein mickriges Tor, dass verhinderte, dass die Mainzer erstklassig werden sollten. Jürgen Klopp arbeitete wie ein Besessener – und stieg mit dem 1. FSV Mainz 05 in der Spielzeit 2003/04 endlich in die Bundesliga auf.

Jürgen Klopp macht sich in Mainz einen Namen

In den kommenden zwei Jahren formte „Kloppo“ aus den Rheinhessen ein Bundesliga-Team, das mit erfrischendem Fußball dafür sorgte, nicht ernsthaft in Abstiegsgefahr zu geraten. Zwei Mal wurden die 05er Elfter. Und dank der Fair-Play-Wertung der UEFA spielte der FSV sogar ein Jahr im UEFA-Cup mit. Doch dann musste Jürgen Klopp auch erste sportliche Tiefschläge hinnehmen. Am Ende der Saison 06/07 stieg Mainz 05 aus der Bundesliga ab. Klopp kündigte später an, dass er seinen Vertrag nicht verlängern werde, sollte seiner Mannschaft nicht der direkte Wiederaufstieg gelingen. Er misslang, wenn auch nur knapp. Doch was damals noch keiner ahnte: Für Jürgen Klopp sollte es jetzt erst so richtig vorangehen mit der Karriere.

Denn bei Borussia Dortmund war „Kloppo“ der richtige Mann zur richtigen Zeit. Beim BVB gab man ihm die Zeit, ein Team ganz nach seiner Philosophie aufzubauen. Und hier fand Jürgen Klopp auch die wirtschaftlichen Voraussetzungen, um ganz oben anzugreifen. Platz sechs zum Einstand, Platz fünf im darauffolgendem Jahr: Für Klopp und die Borussia führte der Weg nach oben. Im Rekordtempo entwickelte sich Jürgen Klopp dabei zur absoluten Identifikationsfigur und zum Sympathieträger, nie um einen kessen Spruch verlegen.

Was folgte, ist bekannt: „Kloppo“ und Dortmund gewannen 2011 die Deutsche Meisterschaft, verteidigten 2012 die Schale, holten sogar den DFB-Pokal und demütigten die Bayern dabei im Endspiel mit einem 5:2-Erfolg. München war gereizt bis aufs Blut – und irgendwie hatte auch Jürgen Klopp seinen Anteil daran, dass der FCB 2012/13 eine Saison der Rekorde hinlegte. Dieses Mal sollte es für Borussia Dortmund nur zu Platz zwei, aber immerhin dazu zum Endspiel in der Champions League reichen. Jürgen Klopp hat beim BVB noch einen Vertrag bis 2016.  Und man wird noch viel von ihm hören. Das steht schon jetzt fest. Heute aber gratulieren wir erst einmal zum 46. Geburtstag. Happy Birthday, „Kloppo“!


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