Von Nils Reschke 0
Box-WM mit Klitschko

Großmaul Manuel Charr siegessicher: „Ich rieche Angst!“

Dass vor solch einen Kampf große Töne gespuckt werden, gehört ebenso dazu wie das obligatorische Wiegen, beim dem sich die Kontrahenten ganz nahe kommen und selten mit Gehässigkeiten für ihren Rivalen sparen. Da zumindest machen Vitali Klitschko und Manuel Charr schon einmal keine Ausnahme.


Weltmeister Vitali Klitschko hatte für seinen Gegenüber nur ein müdes Lächeln übrig. Die Aussagen seines Kontrahenten Manuel Charr konterte „Dr. Eisenfaust“ schon mal gewohnt lässig. Der Ukrainer versprach seinen Fans „eine richtige Schlacht. Aber ich werde vorzeitig gewinnen“. Heute Abend steigt in der Olimpijski-Halle in Moskau der Fight zwischen den amtierenden Weltmeister aus der Ukraine und Manuel Charr. Es versteht sich von selbst, dass die Arena dann mit 30.000 Plätzen ausverkauft sein wird.

Bereits beim Wiegen hatten sich die zwei Rivalen derart beäugt, dass die anwesenden Personen um ein Haar schon einmal eine Kostprobe ihrer Boxkünste bekommen hätten. Nur mit Mühe wurden die Kampfhähne voneinander ferngehalten und Charr spuckte anschließend besonders große Töne: „Ich werde den Titel nach Deutschland holen.“ So etwas kommt im Klitschko-Clan natürlich nicht besonders gut an. Wie es sich anfühlt, einen Boxer aus der Ukraine zu schlagen, hat sich Manuel Charr schon erfahren dürfen. Im März im Maritim Hotel besiegte der 27-Jährige, der 14 Jahre jünger als Titelverteidiger Klitschko ist, Vitalis Landsmann Taras Bidenko nach einstimmigen Punkturteil und nach zwölf Runde.

Apropos ein ganzes Dutzend Runden: Die musste Vitali Kltischko ebenfalls zuletzt gehen. Im Februar 2012 trat der Ukrainer das letzte Mal in den Ring. Gegen den US-Amerikaner Dereck Chisora gab es einen Punktsieg in der Olympiahalle in München zu bejubeln. Doch „Dr. Eisenfaust“ kann auch anders, wovon sich zuletzt der Kubaner Odlanier Solis im März 2011 in der Lanxess-Arena in Köln überzeugen konnte. Ihn schickte Klitschko schon in der ersten Runde auf die Bretter. Etwas mehr Spannung würden sich die Fans in Moskau heute Abend allerdings schon wünschen. Wer dann den Angstschweiß tatsächlich auf der Stirn stehen hat, so dass man ihn riechen kann, wird sich noch zeigen.


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