Von Nils Reschke 0
Wimbledon 2012

Großbritannien feiert Andy Murray schon vor dem Finale

Die Briten sind gemeinhin ein sportbegeistertes Volk. Besonders dürfte es sie deswegen geschmerzt haben, dass sie 74 Jahre warten mussten, damit ausgerechnet beim heiß geliebten Tennisturnier in Wimbledon einer von ihnen einmal wieder das Finale erreicht. Zuletzt war das 1938 geschehen.


Nur eingefleischte Tennis-Fans wird der Name des letzten britischen Finalisten in Wimbledon von damals ein Begriff sein: Henry Austen hieß der Mann, genannt wurde er von allen nur „Bunny“. Das war im Jahr 1938. Konzentrieren wir uns also lieber auf das Hier und Jetzt. Denn Andy Murray hat längst den Status eines Volkshelden erreicht und steht am Sonntag ab 14 Uhr auf dem „heiligen Rasen“ von London, um in Wimbledon Tennis-Geschichte zu schreiben.

Seinen Sieg gegen den Franzosen Jo-Wilfried Tsonga konnte er zunächst kaum selbst realisieren. „Ich bin erleichtert und aufgeregt zugleich“, stammelte er in die Mikros, als könne er es selbst kaum glauben. „Es ist kaum zu erklären, wie ich mich fühle. Es war so ein enges Spiel, und ich bin glücklich, durch zu sein.“ Den Zuschauern hielt es in diesem engen Match über vier Sätze kaum auf ihren Stühlen. Murray bot tolles Tennis, fast 15000 Zuschauer hatten sich vor der riesigen Leinwand auf dem „Mount Murray“ eingefunden, um ihren Helden wenn schon nicht direkt am Court, dann doch zumindest in unmittelbarer Umgebung zuzujubeln.

Kurz bevor also die Olympischen Spiele starten, bewegt Andy Murray in Wimbledon die Massen und will nun im Finale auch den Schweizer Roger Federer bezwingen: „Es wird eines der größten Matches meines Lebens“, weiß der 25-jährige Schotte, dass spätestens jetzt alle Augen auf ihn gerichtet sein werden. Murray hat aber auch noch mit einem ganz anderen Druck zu kämpfen. Drei Mal schon erreichte er ein Finale bei einem Grand Slam. Drei Mal ging es schief, zuletzt 2011 bei den Australian Open, als Murray gegen Novak Djokovic verlor. 2010, ebenfalls in Australien, und 2008 bei den US Open hieß sein Finalgegner ebenfalls Federer, der die Oberhand behielt. Am Sonntag aber will Andy Murray dann Historisches erreichen.


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