Von Mark Read 0
Unsere Album-Kritik

Green Day - "Uno!": Rückkehr zu den Wurzeln

Green Day haben großes vor. Mit einer Album-Trilogie, die innerhalb weniger Monate erscheint, meldet sich das US-Punkrocktrio zurück. Wenn das erste dieser drei Alben, "Uno!" ein Indikator ist, dann besinnen sich Green Day zurück auf ihre Pop-Punkwurzeln und verzichten auf die radiotauglichen Hymnen der letzten Jahre.


In den Jahren seit der Veröffentlichung von "American Idiot" waren Green Day erfolgreicher als je zuvor. Die US-Punkrocker trafen damals den Nerv der Zeit in der frustrierten Ära der Regierung Bush und sprachen vielen Teenagern aus der Seele. Ihre Musik wurde bedeutungsvoller, hatte plötzlich Tiefgang und Botschaften. Auf "21st Century Breakdown" wurde das Ganze noch ausgebaut, die Stimmung noch melancholischer, mehr Balladen eingebaut.

Es gab aber trotz des unglaublichen Erfolges, den Green Day seit 2004 hatten, auch einige Fans, die den unbeschwerten Pop-Punk früherer Tage vermissten. Die sich selig an die kraftvollen, unbekümmerten Hits der "Dookie"-Zeit zurückerinnerten oder an spätere Gassenhauer wie "Minority". All jene dürften erfreut zur Kenntnis nehmen, dass Billie Joe Armstong und Kollegen auf dem neuen Album "Uno!" größtenteils auf bedeutungsschwangere Texte und anspruchsvolle Arrangements verzichten. Es darf wieder gerockt werden, frei nach dem Motto "Drei Akkorde für ein Halleluja".

Der Opener "Nuclear Family" greift erfrischend simpel in die Vollen und klingt stark nach den Ramones. Armstrong hat sein Händchen für einschmeichelnde Melodien im Punkrock-Gewand wiederentdeckt und stellt das in "Carpe Diem" oder "Let Yourself Go" unter Beweis. Nichts hier klingt kompliziert, alles macht Spaß und bleibt leicht verdaulich. Genau für diese Spritzigkeit wurden Green Day in den späten 90ern bereits geliebt.

Klar zeigen die drei Herren, die mittlerweile auch schon an der 40er-Marke kratzen oder sie bereits überschritten haben, dass sie in den letzten Jahren einiges dazu gelernt haben. Das tanzbodentaugliche "Kill the DJ" ist ein sehr vergnügliches Disco-Punk-Experiment, und das vorab veröffentlichte "Oh Love" ist ein über fünf Minuten dauernden Powerpop-Song der besten Sorte.

Ein Ohrwurm reiht sich an den nächsten: "Sweet 16" ist zum Beispiel ein wunderschöner Song, bei dem es auch mal etwas sanfter zugeht. Aber insgesamt ist "Uno!" ein sehr rockiges, schnelles Album geworden. Es ist eine Rückbesinnung zu den Wurzeln, die für Green Day zu diesem Zeitpunkt ihrer Karriere genau richtig kommt. Also, raus mit den alten "Dookie"-Shirts und Tickets für das nächste Konzert sichern. Mit diesen Songs im Gepäck wird es dort richtig schön abgehen.

"Uno!" erscheint in Deutschland am 21. September, die beiden Nachfolger "Dos!" und "Tre!" kommen am 13. November bzw 15. Januar des nächsten Jahres in die Läden.


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