Von Olga Lügenscheidt 0
Rote Karte für Cindy

Grammy Awards: Der rote Teppich des Grauens

Bei den Grammy Awards wurde wieder der rote Teppich ausgerollt, und allerlei Kreaturen aus den Untiefen des Showgeschäfts trugen dort ihre modischen Fehltritte zur Schau. Ein wahres Fest für unsere knallharte Modeexpertin Olga Lügenscheidt. Spitzt die Ohren und hört ihre gnadenlose Abrechnung!


Ich liebe ja diese Zeit im Jahr! Trotz eisiger Kälte und Schneegestöber sieht man auf den roten Teppichen dieser Welt zahlreiche leichtbekleidete Stars und Sternchen. Die festlichsten Kleider werden getragen und die bezauberndsten Frisuren zur Schau gestellt! Einfach nur herrlich! Und wenn da nicht die ein oder andere Lästerattacke für mich abfällt, dann weiß ich auch nicht mehr. Nun denn. Von der Berlin Fashion Week Mitte Januar über die Golden Globes, die Grammys und der New York Fashion Week ist es auch bald nicht mehr lang zu der wohl größten Auszeichnungsfete – den Oscars. Aber fangen wir doch erst mal bei der diesjährigen Grammy-Verleihung an!

Letzten Sonntag wurde das ganze Zirkusspektakel durch den traurigen Tod von Superstar und Popdiva, leider auch Drogenmutti, Whitney Houston überschattet, aber nichts destotrotz haben die meisten Berühmtheiten ihre funkelnden Glitzergewänder nicht zu Hause gelassen, sondern sind eher frohen Mutes durchs Blitzlichtgewitter gewankt. Ob die öffentliche Zurschaustellung berechtigt war oder manche lieber ein etwas geschickteres Outfit wählen hätten sollen, das werde ich mir jetzt genauer ansehen. Und meine Liste der unwürdigen Vertreterinnen auf dem roten Teppich ist lang! Zu allererste wäre da die Achtziger-Rock-Göre Cindy Lauper. Sie ist ja schon ein ziemliches Urgestein, wenn ich das mal so sagen darf.

Bis heute ist die Cindy im dicken fetten Showgeschäft – sei es Musik, die Schauspielerei oder die Werbung. Und mit welcher neuzeitlichen Popqueen könnte das verrückte und ausgeflippte Eighties-Girl wohl am Besten harmonieren? Genau, nur mit der extrovertierten Lady Gaga! Aber zurück zu Laupers lustigem und so gar nicht passendem Grammy-Outfit. Wollen wir in diesem Artikel das Alter der guten (in die Jahre gekommenen) Cindy mal außen vor lassen - ich möchte ja nicht wieder nur auf dem zu Alt-für-Miniröcke-und-raushängenden-Brüste-Trend rumreiten. Aber sie hätte wirklich ihren komischen Zwei-Haarfarben-Look zu Hause lassen und ihr schwarzes Mantelkleid etwas weiter zuknöpfen können, denn das durchsichtige Negligée bietet erstens zu viele schamlose Einblicke und ist zudem einfach nur unpassend für eine Galaveranstaltung! Ihre Stripper-High-Heels machen es auch nicht gerade besser, sondern wohl eher im Gegenteil.

In die Reihe der Worst-Dressed-Grammy-Damen dieses Jahres reiht sich auch die Rapperin aus Trinidad und Tobago, Nicki Minaj ein. Mit einem roten Nonnengewand aus glänzender Satinseide, verziert mit schwarzen Perlen und, ganz im Ernst: einem alten, gebrechlichen Mann im Papstkostüm an ihrer Seite, gewinnt Nicki Minaj nicht nur das Rennen um das hässlichste Outfit bei den Grammys, sondern auch den Award für die beste Halloween-Idee! Nur dass Halloween eben leider schon Monate zurück liegt und im letzten Jahr gefeiert wurde! Aber daran hat die toughe Rapperin wohl nicht gedacht - oder sie ist so hart, dass ihr sowieso jedes Stilgefühl egal ist. Naja, ein bisschen Überlegen hätte selbst dir nicht geschadet, Nicki, denn mit ihrer Heiligkeit anzukommen, mag vielleicht die Glaubensgemeinde überzeugen, nicht aber Leute mit Fashionbewusstsein!

Und zu guter Letzt kommt die bezaubernde schwedische Sängerin Robyn. Wo sie hervorragende Musik macht und uns mit sanften Tönen und Elektrobeats einlullt, da überzeugt sie keinen – nicht einmal den Papst – mit ihrem Outfit! Langweiliges übergroßes T-Shirt, reingesteckt in einen zu knappen weißen Minirock mit langer Schleppe und dazu Plateau-Boots. Au weia, ich weiß wirklich nicht, was ich hierzu noch sagen soll, außer vielleicht: "ZIEH DICH UM! ODER VERLASS DEN ROTEN TEPPICH!"

Also was lernen wir daraus? Nie zu viel, zu groß und ein Accessoire, das als Papst verkleidet ist, mit sich herum schleppen! Die nehmen den derzeitigen Slogan der Mode wahrlich zu ernst! Es ist nicht ALLES erlaubt! Nicht ALLES kann getragen werden und man kommt damit davon – vor allem nicht wenn es kurze blasse Beine in einem Schleppenmini mit Plateauschuhen sind oder eine käsige Achtziger-Frisur, die nun wirklich nichts mehr im 21. Jahrhundert zu suchen hat! In diesem Sinne freuen wir uns auf die Oscars! Bisous.


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