Von Nils Reschke 0
Champions League

Glückauf! FC Schalke 04 besteht Feuertaufe im Hexenkessel Piräus

Ganz gleich, welche Rückschläge der FC Schalke 04 an diesem Abend in Piräus zu verkraften hatte – die Königsblauen meisterten den Auftakt in der Gruppe B der Champions League mit Bravour. Erst wurde ein eigentlich völlig regulärer Treffer aberkannt, dann kamen die Hausherren wie aus dem Nichts zum Ausgleich. Selbst ein vergebener Strafstoß konnte den S04 aber nicht daran hindern, drei Punkte mit ins Ruhrgebiet zu nehmen.


Auf dem Papier deutet zunächst alles darauf hin, dass der Gegner Olympiakos Piräus eine lösbare Aufgabe ist. Doch an den Griechen bissen sich schon andere Bundesligisten die Zähne aus. Borussia Dortmund verlor in der letzten Saison im Hexenkessel von Piräus mit 1:3, Werder Bremen hat dort ebenfalls schon einmal eine 0:3-Klatsche kassiert. Achja, und Bayer Leverkusen kann auch von seinem Piräus-Trip einiges erzählen. Die Werkself unterlag in Griechenland schon einmal mit 2:6. Nun also versuchten sich am Dienstagabend die Schalker bei Olympiakos. Und die Königsblauen machten es zum Auftakt in der Gruppe B der Champions League deutlich besser. Das Team von Huub Stevens gewann mit 2:1 (1:0) und musste nur einen kurzen Augenblick um die drei Punkte zittern. Glückauf!

Der Schalker Coach hatte sich gegenüber des 2:0-Erfolgs bei Greuther Fürth dieses Mal für Jefferson Farfan und Tranquillo Barnetta entschieden, so dass Ibrahim Afellay und auch Julian Draxler zunächst auf der Schalker Bank Platz nehmen mussten. Doch zunächst brauchte S04 einige Anlaufzeit, um in diese Partie zu starten. Die Hausherren machten Druck, kamen durch Paulo Machado und Abdoun zu ersten gefährlichen Warnschüssen (5./6.). Wer nun aber gedacht hatte, Olympiakos Piräus würde wieder einmal seinem Ruf als heimstarke Truppe gerecht werden, der sah sich getäuscht. Der FC Schalke 04 übernahm jetzt das Kommando, führte die zahlreichen Zweikämpfe verbissen und gewann so Oberwasser. Mehr als ein Distanzschuss von Roman Neustädter, dem Neuzugang von Borussia Mönchengladbach, nach einer guten halben Stunde sprang aber auch für die Knappen zunächst nicht heraus.

Dann allerdings schlug Schalke eiskalt zu – das dachten jedenfalls alle, als Innenverteidiger Papadoupolos bei seinen Landsleuten per Kopfball zur Stelle war. Warum der Schiedsrichter aber das völlig reguläre Tor im Luftkampf mit Keeper Megyeri abpfiff – ein Foul an den Schlussmann von Olympiakos war nun wirklich nicht zu erkennen –, wird wohl auf ewig sein Geheimnis bleiben. Die Schalker Trotzreaktion sah dann so aus: Ecke Jefferson Farfan, Kopfball Benedikt Höwedes, 1:0 für den FC Schalke 04 nach 41 Minuten. Und das noch kurz vor der Pause. Besser hätte die Partie also kaum laufen können für die Gelsenkirchener, die sich von dieser Fehlentscheidung kurz zuvor nicht aus den Tritt hatten bringen lassen.

Aus den Tritt kam der S04 auch nicht, als Olympiakos Piräus zur Verwunderung aller durch Abdoun der Ausgleich gelang. Unnerstall konnte bei diesem „Tunnel“ nichts mehr verhindern, auf einmal stand es 1:1. Aber der Bundesligist brauchte nicht lange, um das zu korrigieren. Eine tolle Kombination über Jermaine Jones und Lewis Holtby fand Torjäger Klaas Jan Huntelaar, der sich nicht zwei Mal bitten ließ und nach einer knappen Stunde die Führung wieder herstellte (59.). 2:1, alles wieder im Lot.

Doch in Schwierigkeiten brachte sich der S04 trotzdem noch einmal, weil es auch Huntelaar war, der die große Chance zum 3:1 und damit zur Entscheidung verpasste. Nur zwei Minuten später schoss der Holländer einen Strafstoß, der aus einem Foul an Barnetta resultierte, nur in den Innenpfosten. Statt des 3:1 musste Gelsenkirchen nun noch unnötig die eine oder andere bange Minute überstehen, ehe die drei Punkte dann doch im Sack waren. In der Nachspielzeit hatte Djebbour für Piräus tatsächlich noch eine gute Gelegenheit, verzog aber knapp. Der FC Schalke atmete also einmal kräftig durch und freut sich nun am zweiten Spieltag der Champions League auf sein erstes Heimspiel in der Veltins-Arena. Zu Gast ist dann HSC Montpellier. Der französische Meister verlor sein Debüt in der europäischen Königsklasse trotz 1:0-Führung mit 1:2 gegen den FC Arsenal, für den auch Lukas Podolski traf.


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