Von Nils Reschke 0
Nach Brandstiftung

Giovane Elber: Harte Worte gegen die Bayern im Fall Breno

Das Urteil ist gesprochen. Das Gericht ließ sich auch von einem bewegenden Schlussplädoyer nicht groß erweichen. Bayern Münchens ehemaliger Brasilianer Breno wurde wegen Brandstiftung zu drei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt. Derweil erhebt Giovane Elber schwere Vorwürfe.


„Er hat nichts – außer Fußball und Familie.“ Das machte Anwalt Werner Leitner noch einmal deutlich. Zuvor hatte Breno, der Ex-Innenverteidiger vom FC Bayern München, viel über seinen Werdegang vom Jugendlichen zum Fußballstar berichtet. Als erwiesen sah das Gericht dennoch an, dass der Profi, der mit vollem Namen Breno Vinicius Rodrigues Borges heißt, in der Nacht vom 19. auf dem 20. September seine angemietete Villa in Grünwald selbst in Brand gesetzt hatte. Noch im Gerichtssaal wurde der Fußballer deswegen festgenommen. Das Urteil lautet: Drei Jahre und neun Monate Haft. Aber eine Frage bleibt im Raum? Hat der FC Bayern seine Sorgfaltspflicht zu sehr vernachlässigt?

Das Strafmaß hätte durchaus noch empfindlicher ausfallen können, doch das Gericht bewertete den Umstand, dass Brenos Konsum von Alkohol und Medikamenten zumindest zu einer leicht verminderten Schuldfähigkeit geführt habe. Seine Karriere kann der Brasilianer damit wohl abhaken. Selbige scheint beendet, noch ehe sie richtig begonnen hatte. Der FC Bayern hatte den Vertrag ohnehin nicht verlängert, Lazio Rom aber Interesse bekundet. Das wäre damit allerdings erledigt nach diesem Urteil. Was aber kommt noch auf den FC Bayern München zu? Immer wieder hatte Breno auch von Medikamenten-Missbrauch gesprochen.  Die habe er aus den Medizinschränken auf dem Vereinsgelände der Bayern entnommen. Der Verein dementierte das zuvor in aller Deutlichkeit, sagt jetzt in Person von Pressesprecher Markus Hörwick: „Wir werden und können uns zu der ganzen Geschichte nicht äußern. Es ist ein schwebendes Verfahren.“ Die Staatsanwaltschaft wird nun wohl ermitteln, ob ein Verstoß gegen das Arzneimittelgesetz vorliege. Brenos Karriere ist beendet – das Kapitel rund um das skurrile und traurige Leben des ehemaligen Bayern-Profis aber scheinbar noch nicht abgeschlossen.

Bayern Münchens Ex-Stürmer Giovane Elber stand Breno während der Verhandlungswochen stets zur Seite. Sein Urteil an den Ex-Club fällt nicht gerade glimpflich aus. „Der FC Bayern hat eine Mitschuld, dass es mit Breno so weit gekommen ist“, sagte der einstige Profi dem "Stern" in einem Interview. Elber selbst war bei den Bayern eine Legende, kam auf 92 Tore in insgesamt 169 Bundesligaspielen. Doch im Gegensatz zu Breno hatte Elber vor seiner Zeit bei den Bayern bereits einige Jahre in Europa verbracht. Breno kam als 18-jähriger direkt aus Brasilien nach Deutschland.

Giovane Elber weiter: „Breno hat mir nach der Tat gesagt, dass er Angst hatte, dass er nie mehr Fußball spielen kann. Da ist ein Fehler passiert, weil niemand für ihn da war.“ Breno darf durchaus als Zögling des ehemaligen Stürmers bezeichnet werden. Elber hatte ihn seinem Ex-Club empfohlen. „Alle sagten: Er ist ein guter, braver Junge, der fleißig arbeitet und weiß, wo es lang geht. Und er will groß raus kommen. Ich habe zu den Bayern gesagt: Den müsst ihr kaufen.“


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