Von Mark Read 2
Interview mit Gil Ofarim

Gil Ofarim im Exklusiv-Interview: "Jon Bon Jovi rief mich dreimal an"

Ende der 1990er war er ein Teenie-Star, später wurde aus ihm ein Rocker. Bei "The Voice of Germany" katapultierte sich Gil Ofarim im letzten Herbst zurück in das Bewusstsein der Massen. Wir sprachen mit dem sympathischen Musiker über sein vermeintliches Comeback und über Pläne für die Zukunft. Teil zwei des Interviews.


Hier geht's zurück zu Teil eins des Interviews!

Promipool: Wenn du rückblickend den jungen Gil von 1997 („Round’n’Round“) mit dem Gil von heute vergleichst, wo siehst du die größten Unterschiede?

Gil Ofarim: (überlegt lange) Vor ein paar Wochen war ich zu Gast in einer Show, da war auch ein Kandidat von „The Voice Kids“ dabei. Der Kleine war 14 – genauso alt wie ich damals. Auch bei ihm mussten noch die Eltern dabei sein, wie bei mir. Ich habe mich hingesetzt und musste grinsen, denn mir wurde klar: ‘Wow, du bist echt weit gekommen‘. Wenn ich mir überlege, was ich in den letzten 15 oder 16 Jahren alles erlebt und gesehen habe, dann kann ich jetzt sagen: Ich habe echt viel erreicht.

Promipool: Also bereust du Episoden wie die „Bravo Love Story“ von damals nicht?

Ofarim: Nein, die Frage nach der Zeitmaschine stellt sich mir nicht. Mir ist nur eines wichtig: Ich bin glücklich. Ich hab eine tolle Frau an meiner Seite, drei Hunde und kann das machen, was ich will.

Promipool: Nach deiner Zeit als Teenie-Star hast du dir eine Auszeit genommen und bist eine Zeitlang nach Israel gegangen.

Ofarim: Richtig, ja. Mit Selbstfindung hatte das aber eher nichts zu tun. Ich hatte damals eine Freundin dort, nach der ich mich gesehnt habe. Das war eine wundervolle Zeit. Ich bin aber auch jetzt noch regelmäßig dort, weil ich ja Verwandtschaft habe. In Tel Aviv und Haifa kenne ich mich aus wie in meiner Westentasche.

Promipool: Hat deine Verwandtschaft bei „The Voice“ mitgefiebert?

Ofarim: Ja klar, die haben das alles über Satellit gesehen und waren ganz Feuer und Flamme. Das war drüben ein ganz großes Ding.

Promipool: 2003 hast du deine erste Rockplatte veröffentlicht und durftest mit deiner damaligen Band als Vorband von Bon Jovi auftreten. Wie war es, einen Megastar wie Jon Bon Jovi zu treffen?

Ofarim: Ich dachte zunächst, ich bin bei „Versteckte Kamera“ (lacht). Da klingelt das Telefon und am anderen Ende sagt einer: ‘Hallo, hier ist Jon Bon Jovi‘. Ich dachte nur ‘Ja klar‘ und habe wieder aufgelegt. Dann ging das nochmal so. Erst beim dritten Mal habe ich die Stimme vom Veranstalter im Hintergrund erkannt, den ich auch kannte.

Ja, und dann durfte ich für Bon Jovi Vorband in Mannheim machen. Anschließend wollte er mit mir in Frankfurt noch ein Bierchen trinken, und wir saßen zusammen bis um fünf in einer Bar – ich und der große Jon Bon Jovi, der eigentlich gar nicht so groß ist, sondern auch nur ein ganz netter, normaler Mensch wie du und ich.

Promipool: Du warst in den letzten Jahren auch als Schauspieler aktiv. Könntest du dir das als dauerhafte Alternative zum Musikmachen vorstellen?

Ofarim: Absolut! Jederzeit wieder. Ich glaube, in der Hinsicht könnte ich mehr machen, wenn ich in Berlin wohnen und auf die richtigen Parties gehen würde. Aber ich liebe halt München (lacht). Mal schauen, was kommt. Jetzt gerade steht die Musik im Mittelpunkt.

Promipool: Dein Vater Abi Ofarim war zusammen mit seiner Frau Esther als Musiker sehr erfolgreich. Trotzdem wolltest du als Jugendlicher eher Tennisprofi als Musiker werden. Was gab den Ausschlag, dass es letztlich doch nichts geworden ist?

Ofarim: Zum Einen die Trennung meiner Eltern. Das hat mich aus meiner Heile-Welt-Jugend gerissen und mich sehr mitgenommen. Außerdem wurden die Turniere immer größer und waren weiter weg. Sponsoren hatte ich auch keine, und die brauchst du irgendwann, um Profi zu werden. Tja, und ehrlich gesagt kam ich dann auch in die Pubertät – und plötzlich standen halt andere Dinge im Mittelpunkt als der gelbe Filzball.

Promipool: Was sind deine privaten Pläne? Du hast mal in einem Interview gesagt, dass du von Heiraten nicht viel hältst. Willst du mit deiner Freundin Verena trotzdem irgendwann eine Familie haben?

Ofarim: Och, das habe ich einmal gesagt, und jetzt redet jeder darüber (lacht). Ich liebe meine Freundin, sie ist ein ganz besonderer Mensch. Ich sage mittlerweile zu nichts mehr Nein – es gibt nichts, was es nicht gibt.

Promipool: Sind Kinder auch geplant?

Ofarim: Das unbedingt! Da freue mich jetzt schon drauf. Aber dazu braucht man ja keinen Trauschein.

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