Von Mark Read 0
Exklusiv-Interview mit Gil Ofarim

Gil Ofarim im Exklusiv-Interview: "Ich war nie ganz weg!"

Ende der 1990er war er ein Teenie-Star, später wurde aus ihm ein Rocker. Bei "The Voice of Germany" katapultierte sich Gil Ofarim im letzten Herbst zurück in das Bewusstsein der Massen. Wir sprachen mit dem sympathischen Musiker über sein vermeintliches Comeback und über Pläne für die Zukunft. Teil eins des Interviews.

Gil Ofarim

Gil Ofarim exklusiv im promipool Interview

(© Getty Images)

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Er ist überpünktlich da. Lässig und entspannt sitzt Gil Ofarim (30) am Tisch in einem Schwabinger Café, neben ihm seine Gitarre. Er kommt gerade aus dem Studio, wo er mit seiner Band "Acht" ein neues Album aufnimmt. Im Interview wird schnell klar: Der Mann ist einfach verdammt zufrieden mit dem, was er gerade macht.

Promipool: Du bist kürzlich innerhalb Münchens umgezogen. Wie gefällt dir dein neues Zuhause?

Gil Ofarim: Oh, sehr schön. Unsere bisherige Wohnung war mitten in München, was mit drei Hunden ein bisschen schwierig war. Jetzt sind wir am Stadtrand und damit sehr glücklich. Mehr Platz als früher, viel grün, das ist auch sehr inspirierend.

Promipool: Mit deiner Band „Acht“ hast du kürzlich in Deggendorf zu Gunsten der Hochwasser-Betroffenen gespielt. Wie kam es zu diesem Engagement?

Ofarim: Unser Gitarrist Oswin, gleichzeitig seit Jahren mein musikalischer Partner, kommt aus Deggendorf. Die Macher von diesem Event haben ihn angerufen und gefragt, ob er mit „Acht“ auftreten und die Helfer belohnen will, die wochenlang unentgeltlich und in ihrer Freizeit gegen das Hochwasser angekämpft haben. Das war für die ja auch mal toll, nach der harten Zeit wenigstens für kurze Zeit mal alles vergessen zu können. Und die Reaktionen der Leute waren auch super, es war ein großartiges Erlebnis.

Promipool: Mit „Acht“ nimmst du gerade ein neues Album mit deutschsprachigem Rock auf. Wie kam es eigentlich dazu, dass du jetzt auf Deutsch singst?

Ofarim: Also, die Band gibt es ja schon seit 2008. Dass ich mich traue, auf Deutsch zu singen, war ein langwieriger Prozess. Ich hatte da früher nie Lust drauf. Ich bin zwar mit Deutsch aufgewachsen, habe aber trotzdem immer nur englische Musik gehört. Irgendwann hat mich aber Disney gefragt, ob ich für einen Soundtrack deutschsprachige Lieder singen will. Da habe ich gemerkt: Deutsch ist gar nicht uncool.

Promipool: War die Umstellung schwer für dich?

Ofarim: Sehr schwer. Denn ich wollte auf keinen Fall banal oder plump klingen. Zum Glück haben wir beim Verfassen der Texte Unterstützung von einer guten Bekannten, die großartig mit Sprache umgehen kann.

Promipool: Parallel dazu nimmst du angeblich aber auch ein englischsprachiges Soloalbum auf. Wie schaffst du diesen Spagat?

Ofarim: Naja, ganz so ist es nicht. Ich schreibe momentan sehr viel, und zwar auf Deutsch, auf Englisch, sogar auf Hebräisch. Ich habe da wohl zu viel erzählt und daher erst einmal beschlossen, mir keinen Druck mit einem eigenen Album zu machen.

Promipool: In vielen Medien wurden deine Auftritte bei „The Voice of Germany“ im vergangenen Herbst als Comeback bezeichnet. Warst du eigentlich überhaupt richtig weg?

Ofarim: Das ist eine sehr schöne Frage. Ich war tatsächlich nie ganz weg. Klar hatte ich selten diese Plattform wie bei „The Voice“ vor mehreren Millionen Zuschauern. Aber ich habe immer mal wieder was gemacht, sowohl musikalisch wie auch als Schauspieler. Ich habe zum Beispiel in „Die Sturmflut“ eine Hauptrolle gespielt neben Jan Josef Liefers und Götz George.

Aber vielleicht hätte ich noch präsenter sein können, wenn ich zum Beispiel auf bestimmte Events gegangen wäre. Das habe ich aber nicht getan, weil ich nicht immer Lust habe, mir diese Maske aufzusetzen. Ich will jetzt nicht diese Events schlechtreden oder die Leute beleidigen, die dort hingehen - aber das bin halt einfach nicht ich.

Promipool: Stimmt es eigentlich, dass deine Freundin dich dazu gedrängt hat, überhaupt bei „The Voice“ teilzunehmen?

Ofarim: Ich wurde vor Beginn der ersten Staffel angeschrieben und gefragt, ob ich mitmachen will. Damals kannte ich die Show nicht – es gab ja keine Trailer oder so. Ich dachte mir aber: Nein, ich gehe in keine Castingshow! Dann lief die Sendung an, und plötzlich war der Reiz bei mir da.

Was ich so spannend fand, war dass die Jury dich nicht sieht. Du wirst nur für dein Können beurteilt. Ich hatte das Gefühl, dass ich mir dort etwas beweisen kann. Und meine Freundin hat dann auch gesagt: ‘Mensch, du hättest da hingehen sollen‘. Als dann wieder eine Anfrage kam, meinte sie: ‘Jetzt gehst du da hin!‘ (lacht). Ich bin stolz darauf, es getan zu haben. Es war ein schönes Kapitel, aber jetzt geht es weiter.

Promipool: Hättest du gerne bei „The Voice“ gewonnen – hätte dir das viel bedeutet?

Ofarim: Ich habe doch gewonnen! Auch ohne den ersten Platz zu machen. Ich habe an Erfahrung gewonnen. Ich hatte eine wirklich tolle und krasse Zeit, in der ich mich auch selbst hinterfragt habe. Das ist mir wichtig. Der erste Platz? Ich weiß nicht. So wie es jetzt ist, kann ich alles machen und muss gar nichts.

Hier geht es zu Teil zwei des Interviews mit Gil Ofarim!


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