Von Mark Read 0
Happy Birthday, Mr. President

Geburtstagskind des Tages: Barack Obama

Einer der mächtigsten Männer der Welt feiert heute einen runden Geburtstag. Barack Obama, der 44. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, wird 50 Jahre alt. Seine Lebensgeschichte ist die eines steilen Aufstiegs, zeigt aber auch die Zwänge, der sich die Politik heutzutage beugen muss.


"Yes, we can": Mit diesem Slogan rüttelte Obama 2008 ein zutiefst verunsichertes Land wach und gewann überlegen die Präsidentschaftswahl. Er war der erste farbige Politiker, der in das Amt kam, und der größte politische Hoffnungsträger seit vielen, vielen Jahren. Nach der Ära von George W. Bush, in der die USA sich in einen endlosen Krieg im Irak verstrickten und weltweit enorme Sympathieverluste hinnehmen mussten, stand Obama für den Glauben an eine bessere Zukunft. Er versprach Abhilfe für viele der dringendsten Probleme seiner Nation, und sein Volk glaubte ihm. Nicht zuletzt, weil seine eigene Lebensgeschichte für sich spricht.

Zwar wuchs Obama nicht in einem Slum auf, doch seinen kenianischen Vater lernte der junge Barack nie wirklich kennen. Seine Eltern ließen sich 1964, drei Jahre nach seiner Geburt, scheiden. Obama blieb bei seiner Mutter, und verbrachte eine Kindheit, die zwar relativ frei von materiellen Zwängen, aber von ständigen Wohnortwechseln geprägt war. Unter anderem lebte der heutige Präsident zeitweise in Indonesien. Etwa mit zehn Jahren kehrte die Familie wieder in die USA, nach Hawaii, zurück. Damals konnte Obama sich auch vorstellen, Basketballprofi zu werden, doch er entschied sich doch für ein Jura-Studium.

Er studierte an der renommierten Harvard Law School, Ende der 1980er Jahre arbeitete er als Praktikant in einer Anwaltskanzlei. Dort lernte er auch Michelle Robinson kennen, die er 1992 heiratete. Heute ist sie die First Lady der USA, eine absolute Stilikone und liebende Mutter zweier gemeinsamer Töchter namens Sasha und Malia. Obama selbst wurde Anfang der 1990er Jahre erstmals politisch aktiv, als er in seinem Wohnort Chicago Stimmen für die Wahl Bill Clintons zum US-Präsidenten sammelte. 1996 wurde er erstmals ins Abgeordnetenhaus von Illinois gewählt. Ab jetzt ging es immer steiler bergauf.

2004 wurde Obama überraschend in den US-Senat gewählt. Er saß nun am Zentrum der Macht und galt als neuer Star in der demokratischen Partei. Er stand für den Neuanfang der Partei nach zwei frustrierenden Wahlpleiten gegen die Republikaner unter George W. Bush. Der Präsidentschaftswahlkampf 2008 wurde für Obama zu einem einzigen Triumphzug. "Yes, we can", forderte er sein Volk auf - und es konnte. Mit 53 Prozent aller Wählerstimmen siegte er in der Wahl am 08. November 2008 gegen seinen republikanischen Herausforderer John McCain. Es war vollbracht - Obama war der erste schwarze Präsident der USA.

Mittlerweile wurde Obama jedoch in seinem neuen Amt das ein oder andere Mal mit den harten Realitäten des Politikalltags konfrontiert. Oft musste er Entscheidungen treffen, die ihm selbst nicht behagten. Zudem musste er mit seiner Regierung kurz nach Amtsantritt gegen die Finanzkrise ankämpfen, die die USA voll erwischte. Mittlerweile ist viel von dem Glanz, der Obama noch Ende 2008 umgab, verblasst. Er gilt vielen als zu wenig durchsetzungsstark, als Marionette der republikanischen Opposition. Auch sein Agieren im Kampf gegen die US-Staatspleite wurde selbst aus den eigenen Reihen kritisiert. Lediglich mit der Festnahme und Tötung von Staatsfeind Osama bin Laden konnte er bei allen Amerikanern punkten. Bald startet der Wahlkampf für die Präsidentschaftswahl 2012. Mal sehen, ob Barack Obama es wieder schafft, Amerika zu mobilisieren. Zweifel sind mittlerweile angebracht.


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