Von Mark Read 0
Rossdale rockt wieder

Gavin Rossdale feiert mit Bush ein starkes Comeback

Fast zehn Jahre lang kümmerte sich Gavin Rossdale hauptsächlich um seine Familie. Bis es den Ehemann von Gwen Stefani wieder in der Gitarrenhand juckte und er seine Band Bush wiederbelebte. Mit dem Comeback-Album "The Sea of Memories" knüpft die legendäre 90er-Band an ihre besten Zeiten an.


Das letzte Lebenszeichen von Bush lag zehn Jahre zurück. "Golden State" erschien 2001, zu einer Zeit, als der größte Glanz von Gavin Rossdales Band Bush schon verblasst war. 1994 hatte die englische Band mit "Sixteen Stone" ein legendäres Debütalbum veröffentlicht, dessen Hits "Glycerine", "Little Things" und "Comedown" auf der Höhe der Grunge-Welle einschlugen wie eine Bombe. Danach folgte mit "Razorblade Suitcase" 1996 noch ein weiteres erfolgreiches Album und mit "Swallowed" ein Welthit - doch die größten Zeiten von Bush waren spätestens da abgelaufen. Fortan war allenfalls noch der gutaussehende Frontmann Rossdale in den Schlagzeilen, hauptsächlich durch seine beginnende Beziehung zu Gwen Stefani. Das illustre Musikerpärchen heiratete 2002 und bekam seitdem zwei Kinder. Da war die Band Bush schon Geschichte - nach der Tour zu "Golden State" ging die Gruppe getrennte Wege.

Rossdale mimte in der Zwischenzeit brav den Familienvater und betätigte sich nur sehr sporadisch in der Musik. 2005 gründete er kurzzeitig eine neue Band namens Institute, doch deren Album floppte gnadenlos. Auch sein Soloalbum "Wanderlust" von 2008 fand nicht den Anklang der Fans. Zu soft und zu poppig sei das alles, meckerten sie. Und freuten sich umso mehr, als es Rossdale vor knapp zwei Jahren dann doch wieder juckte. Er rief seine alten Kollegen an und erweckte Bush zu neuem Leben. Nun hat die legendäre 90er-Band ihr erstes Album seit zehn Jahren veröffentlicht. Es heißt "The Sea of Memories" und zeigt Bush in blendender Form.

Zwar ist der Sound nicht mehr so stark vom Grunge geprägt wie noch früher. Auch sind die Lieder allesamt melodiös und von starken Melodien geprägt. Doch genau das macht das Album so gut. Bush besinnen sich hier ganz auf ihre Stärken und liefern kraftvolle, eingängige Rocksongs der besten Sorte. Die Vorabsingle "The Sound of Winter" ist eine großartige Hymne, eine bessere hat die Band seit "Swallowed" nicht geschrieben. Fast noch mitreißender ist allerdings "The Afterlife", ein wuchtiger, treibender Rocksong mit tollem Refrain. Vielleicht ist nicht jedes Lied auf allerhöchstem Niveau - die Klavierballade "All Night Doctors" etwa ist doch arg kitschig geraten, doch das Album als ganzes lässt sich wunderbar am Stück durchhören. Überhaupt kein Vergleich zu Rossdales schwachem Soloalbum und garantiert die beste Bush-Veröffentlichung seit 1996. Die Fans dürfen sich über die Rückkehr dieser alten Helden wirklich freuen. Und auch die Damenwelt kann beruhigt sein: Gavin Rossdale sieht auch mit 45 Jahren und als zweifacher Familienvater immer noch blendend aus.

Highlights: The Sound of Winter, All My Life, The Afterlife


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