Von Nils Reschke 0
Der Wendler

Gashändler Frank verliert gegen Speditionskaufmann Michael im Fall „Der Wendler“

So manches Mal werden sich deutsche Richter die Hände vors Gesicht schlagen angesichts der Fälle, die ihnen da so aufgetischt werden. So wie jetzt, als das LG Düsseldorf zu entscheiden hatte, wer denn nun der wahre Wendler sei. Das Urteil: Frank, Gashändler aus Velbert, ist es nicht.


Frank Wendler aus Velbert ist Gashändler von Beruf. Sein Hobby aber ist das Singen. Und eine ganz tolle Idee hatte Frank aus Velbert auch: Er nannte sich einfach „Der Wendler“ und ließ diesen Begriff sogar als Marke schützen. Michael Wendler ist gelernter Speditionskaufmann. Das Singen als sein Hobby zu bezeichnen, wäre untertrieben. Er verdient sein Geld damit und nennt sich dabei selbst – richtig – „Der Wendler“. Das jedoch wollte Frank Wendler, der Gashändler aus Velbert, jetzt verbieten lassen und zog damit sogar vor den Kadi.

Dort erlebte der 52-jährige Hobbymusiker allerdings sein ganz persönliches Waterloo, denn das Landgericht in Düsseldorf wies seine Zivilklage nicht nur ab, sondern verfügte auch, Frank Wendler müsse seine Markenrechte wieder abtreten. Und zwar ersatzlos. Der Gashändler verstand die Welt nicht mehr, die Richter klärten auf: Sein Hobby in allen Ehren denkt die Mehrheit der Deutschen dann wohl eher bei „Der Wendler“ an seinen Namensvetter Michael, den Pop-Schlager-Sänger aus Dinslaken. Und nicht etwa an einen Gashändler aus Velbert. Die Klage wurde somit abgewiesen.

Im Jahr 2008 hatte Frank Wendler die Marke „Der Wendler“ bereits beim Deutschen Patent- und Markenamt als sogenannte Wortmarke eintragen lassen. Allerdings entschied das Düsseldorfer Landgericht auch hier pro Michael Wendler, der sich schließlich schon in den zehn Jahren zuvor mit mehreren Alben und Auftritten einen Namen gemacht habe und somit auch die älteren Rechte an dieser Wortmarke genieße. Also müsse Frank Wendler auch diese Rechte abtreten. Ein Schlag ins Gesicht für den „falschen“ Wendler, dem aber die Berufung und der Gang vor das Oberlandgericht bleibt. Fortsetzung folgt...?!


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