Nils 0
DSDS 2012

Gähnende Langeweile: Nur Schweizer mischen DSDS auf

An Peinlichkeiten mangelt es der neunten Staffel von „Deutschland sucht den Superstar“ natürlich nicht. Trotzdem verliefen die ersten zwei Sendungen auf RTL langatmig. Eine blasse Jurorin Natalie Horler, schwache Talente und der übliche Einheitsbrei nach Schema F.


Am vergangenen Samstag startete die neue Staffel zu „Deutschland sucht den Superstar“. Zwei Sendungen haben wir mittlerweile hinter uns gebracht. Und das war harte Arbeit. Denn der neunten Staffel von DSDS, ausgestrahlt im Privatsender RTL, mangelt es an Vielem – nur nicht an Langeweile. Angetreten war DSDS – so ließ es uns der Teaser zur Castingshow wissen – um neue Rekorde zu brechen. Die alten wurden zuvor brav und in aller epischen Breite aufgezählt. Ein kleiner Gruß Richtung Pro7, wo in diesem Jahr „The Voice of Germany“ der RTL-Talentschmiede Konkurrenz machen will.

Zwei Stunden haben wir also absolviert beim großen DSDS-Marathon 2012. Herausgekommen ist fast gar nichts. Immerhin startete die Auftaktsendung mit dem verheißungsvollen Auftritt von Guillaume Albert, der auf Mauritius geboren wurde, jetzt aber in der Schweiz lebt. Er gab an der Akustikgitarre „Somewhere over the Rainbow“ sehr gefühlvoll zum Besten. Recall! Apropos Schweiz: Vier Kandidaten, die sich den begehrten gelben Zettel nach der Performance abholten, kamen aus dem Land der Eidgenossen. Wo sind da eigentlich die deutschen Talente? Angela Burjanski glaubt von sich, eines zu sein. Sie bekam vom Pop-Titan Dieter Bohlen die Einladung zum Recall höchstpersönlich – aus Mitleid. Seit sie acht Jahre sei, fiebere sie auch bei DSDS mit. Nun, mit zarten 16, konnte sie zum Casting. „Zu früh“, meinte Juror Bruce Darnell.

Gesanglich konnte Angel, wie sie kurz gerufen wird, wahrlich nicht überzeugen. Aber Bohlens weiches Herz sah das anders. Das war mindestens genauso peinlich wie die zahlreichen Selbstdarsteller und Von-Sich-Überzeugten nach altbewährtem Muster. Und trotz so mancher verbalen Entgleisung und katastrophalen Tanzeinlage kam bisher irgendwie der Spaß-Faktor der Show zu kurz. Bohlens Sprüche wirken nicht so treffsicher wie sonst, Jurorin Natalie Horler von Cascada hat irgendwie nichts zu sagen, einzig Bruce Darnell bringt etwas Charme in die ansonsten eher langatmige Veranstaltung. Ansonsten fehlt es der neunten Staffel an Überraschungen, Innovationen – und bisher leider auch an guten Stimmen.

Eine wirkliche Überraschung lieferte Patrick Roullier, ein Schweizer mit französischem Akzent, der mit einer Akustikversion von Lady Gagas „Pokerface“ wirklich überzeugte. Er kam ebenso weiter wie Landsmann Jesse Ritch vom Format „Tausendmal gehört, tausendmal ist nichts passiert“. Was im Übrigen auch für den vierten Schweizer im Bunde gilt: Luca Hänni. Aber es braucht auch wohl einen Sänger Marke „Bravo Boy des Jahres“. Es kann eigentlich nur besser werden. Das gilt für Bohlens Jury, für die wahren Talente und für DSDS als Castingshow im Allgemeinen. Denn wer zumindest eine Prise Wert auf Musik legt, schaltet aktuell wohl lieber um zu „The Voice of Germany“ oder wird sich heute Abend – ebenfalls auf Pro7 - „Unser Star für Baku“ anschauen, wenn Stefan Raab wiederum ein gutes Näschen für ausgefallene Talente beweisen will.

'Alle Infos zu 'Deutschland sucht den Superstar' im Special bei RTL.de


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