Von Mark Read 0

Frauen-WM: Ein Turnier, das in Erinnerung bleiben wird


Es ist angerichtet! In wenigen Stunden, genauer gesagt um 20:30 Uhr, wird das Finale der Frauen-WM in Deutschland angepfiffen. Die USA, der zweimalige Weltmeister, treffen auf Außenseiter Japan. Es dürfte der Höhepunkt eines Turniers werden, das vielen im Gedächtnis bleiben wird.

Klar, es gab sie, die Nörgler. Und zwar zahlreich. Die Möchtegern-Messis, die jedem, der nicht bei drei auf dem Baum war, erzählten, wie grauenvoll sie Frauen-Fußball finden. All die Fehlpasse, schlechten Torwartleistungen, das langsame Spieltempo - das war für sie eine einzige Qual, schimpften sie. Irgendwie können einem diese Leute leid tun, bei denen der Stock so fest im Allerwertesten steckt. Denn sie haben ein wunderbares Turnier versäumt. Genau das war die FIFA-Frauen-WM 2011 in Deutschland.

In Erinnerung bleiben werden spannende, interessante Spiele, gut gefüllte Stadien (das Finale in Frankfurt wird auch ohne deutsche Beteiligung ausverkauft sein) und phänomenale TV-Einschaltquoten. Das Eröffnungsspiel Deutschland gegen Kanada etwa verfolgten über 18 Millionen Zuschauer am Fernseher. Und sogar nach dem betrüblichen Ausscheiden des DFB-Teams im Viertelfinale blieb das Interesse hoch. Den 3:1-Halbfinalsieg der Japanerinnen gegen Frankreich wollten immer noch über 8 Millionen Menschen sehen. Alle Gastteams, vielleicht mit Ausnahme der abgeschotteten Nordkoreanerinnen, schwärmten von der freundlichen Atmosphäre, von der Gastfreundschaft und der perfekten Organisation.

Klar, dass Deutschland im Viertelfinale gegen Japan ausschied, hat die Euphorie erheblich getrübt. Zumal die Leistungen der Mannschaft von Silvia Neid zu keiner Zeit so großartig waren, wie den Frauenfußball-Neulingen im Vorfeld prophezeiht wurde. Lediglich im dritten Gruppenspiel gegen Frankreich (4:2) lief es richtig gut, davor und danach gab es nicht all zu viel erbauliches. Aber sei's drum. Nach zwei WM-Titeln in Folge für Deutschland wird diesmal jemand anderes den Titel holen. Entweder die USA zum dritten Mal nach 1991 und 1999 - oder Japan zum allerersten Mal.

Die Amerikanerinnen werden auf ihre Torfrau Hope Solo bauen, die bisher DAS Gesicht dieser WM war. Ansonsten stehen Mittelfeldspielerin Carli Lloyd und Stürmerin Abby Wambach im Fokus. Bei Japan wird sich alles auf Homare Sawa konzentrieren, die bisher die meisten Tore im Turnier geschossen hat. Wie gesagt: Es ist angerichtet! Hoffen wir, dass das Finale ein Fest wird, das dieser schönen Weltmeisterschaft würdig ist.

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