Von Kati Pierson 2
Fränki rockt

Frank Schöbel: Für 50 Jahre Stimmung einen Friedhof der Kuscheltiere

Am Freitagabend feierte Frank Schöbel in Erfurt den Abschluss seiner „Vom Nordpol zum Südpol – 50 Jahre Frank Schöbel“-Tournee. Die Alte Oper stand Kopf bei einer Show zwischen den Titeln der 50er Jahren aus der DDR und neuen Songs, aber auch vielen witzigen Anekdoten und Sketchen.


Frank Schöbel eroberte Freitagabend die Alte Oper in Erfurt. 19:30 Uhr ging’s los. Leider ohne den Promipool, denn die Bahn lieferte ein ganz großes Kino mit 1,5 Stunden Verspätung. Während Frank die ersten Titel anstimmte und die ersten Witze riss, checkten wir endlich ein und rasten im Affenzahn zum Veranstaltungsort.

Das Lachen der Zuschauer hörten wir schon auf der Straße – also war die Stimmung nach nur 20 Minuten schon hörbar ausgelassen. Dank der netten Angestellten der Alten Oper kamen wir noch auf unsere Plätze und dann erlebten wir mit eigenen Augen, was wir schon draußen hören durften.

Erfurt flippte beim Abschlusskonzert der Frank Schöbel "Vom Nordpol zum Südpol" - Tournee aus. Sein Rezept für den Abend so simpel wie genial. Sag, was Du denkst und sing, was den Menschen gefällt und was sie von Dir aus 50 Jahren kennen. Bleib einer von Ihnen und zeig es Ihnen auch. An der Seite des scheinbar nicht älter werdenden Frank Schöbels steht Chris Doerk. Was heute Helene Fischer und Florian Silbereisen sind, waren Chris & Frank in den 60er Jahren für die DDR – ein Traumpaar.

Sie begeisterten gemeinsam mit Tom Pauls das Publikum. Es war alles aus 50 Jahren Frank Schöbel dabei, was man sich als Fan nur wünschen konnte. "Schreib es mir in den Sand", "Gold in deinen Augen", "Wir brauchen keine Lügen mehr", ein Medley aus dem Kinoerfolg des Jahres 1968 "Heißer Sommer", "Wie ein Stern" und auch sein Siegertitel vom Festival in Tokio "Die Sprache der Liebe ist leis".

Letzterer brachte ihm auch den Ärger mit der Polizei ein. Seine Rammstein-Version stieß bei den Anwohnern der Alten Oper wohl auf wenig Gegenliebe. Natürlich war der Polizist schnell als Tom Pauls erkannt und die Szene schnell aus Sketch enttarnt. Beides sowohl die Rammstein-Version des Titels "Die Sprache der Liebe ist leis", die der Promipool übrigens gerne auf CD hätte, als auch der Sketch kamen bei dem Publikum sehr gut an und wurden mit  lautem Lachen und Beifall honoriert.

So bunt wie diese Szene war der ganze Abend. Wir haben selten so herzlich gelacht. Frank Schöbel nimmt nicht andere, sondern sich selbst auf den Arm. Dieses "Über-sich-selbst-Lachen-können" macht den Sänger so sympathisch und authentisch.  Gut als Einwohner der westlichen und südlichen Bundesländer hätte man sicher 75% der Witze nicht verstanden und 80% der Titel nicht gekannt, aber Frank Schöbel ist ja auch einer von uns.

Für den Brüller des Abends mit minutenlangem Applaus und Gelächter sorgte ein alter DDR-Witz, den wir Euch nicht vorenthalten wollen. - Es ist Winter in Wandlitz. Es liegt Schnee und ist arschkalt. Aber die Stasi steht und begutachtet ein Stückchen schneebedeckte Erde. Da hatte es doch tatsächlich jemand gewagt "Erich ist doof" in den Schnee zu pinkeln. Zwei Tage später sind die Ermittlungen abgeschlossen und Erich Honecker wird Bericht erstattet. Der Untersuchungsleiter beginnt mit den Worten: "Wir haben eine gute Nachricht und eine schlechte." Erich Honecker: "Die gute zuerst!" Der Untersuchungsleiter: "Wir haben den Täter. Es war Egon Krenz! Jetzt die schlechte: Die Handschrift ist von Margot!"

Emotional wurde es kurz vor der Pause. Frank Schöbel feiert am 11. Dezember seinen 70. Geburtstag. Der MDR nahm dies zum Anlass seine Tochter Dominique auf eine Reise zu den Stationen und alten Weggefährten von Frank Schöbel zu schicken. Neben einem Titel, den Dominique eigens für ihren Vater geschrieben hat, entstand dabei auch eine Reisetagebuch, welches sie dem fast zu Tränen gerührtem Frank Schöbel am Freitagabend überreichte.

Aber auch die Fans überhäuften Frank Schöbel mit vielen Geschenken. So wechselten Sektfalschen, Präsente und Blumen in schon lange nicht mehr gesehener Anzahl den Besitzer. Aber das Geschenke-Highlight des Abends war der - von Chris Doerk so liebevoll als "Friedhof der Kuscheltiere" - bezeichnete Haufen von ca. 25 Kuscheltiere, die am Anfang des Titels "Mit mir könn’ sie’s ja machen" von einer jungen Frau aus einem großen Beutel einzeln auf die Bühne geworfen worden waren.

Es war ein sehr lustiger und äußerst kurzweiliger Abend für dessen Beschreibung sich eigentlich kaum Worte finden lassen. Ach doch: Fränki mach’s noch mal!


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