Von Milena Schäpers 1
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Fehlgriffe bei Aufstellung: Ist Jogi Löw am Italien-Desaster schuld?

Am gestrigen Abend versagte das deutsche Team im Halbfinale gegen Italien. Deutschland in Trauer und nun auf der Suche nach dem Schuldigen. War Jogi Löw doch ein Tick zu übermütig?


Diese Taktik geht nicht auf. Das fiel auch Jogi Löw nach der ersten Halbzeit auf, als das deutsche Team zu versagen drohte und es letztendlich auch tat.

Der Bundestrainer warf sein Siegerteam komplett um. Vorher für seinen Mut gelobt, für seine einzigartige Flexibilität, muss er jetzt harte Kritik einstecken.

Besondere Rechtfertigung muss Jogi wohl bei der Frage geben, warum Lukas Podolski und Gomez in der Startelf antraten. Dabei ist Klose doch der einzige, der ein Tor in einem WM oder EM-Spiel gegen Italien erzielte. Reus zeigte, dass auch er als Stammelfer kein Fehlgriff gewesen wäre, durfte dass jedoch erst in der zweiten Halbzeit unter Beweis stellen.

Doch kam die Umstellung und die Einsicht bei Löw schon zu spät. Balotelli hatte längst die deutsche Abwehr zerquetscht und durch die italienische Abwehr schien kein Kommen.

Laut sport1 sieht das Bernard Dietz, deutscher Kapotän von 1980, ebenso: "Wir haben uns mit unserer Aufstellung selbst geschlagen. Das war ein Eigentor von Löw. Das hat mich geärgert. Warum hat er wieder umgestellt? Dadurch hat das Team total den Faden verloren."

Die Strafe für seinen Übermut? Oder wollte Löw mit der Umstellung nur auf Nummer sicher gehen?

Ihm wird ebenso vorgeworfen, sich zu wenig auf die Stärken des deutschen Teams konzentriert zu haben und sich zu sehr dem Gegner angepasst zu haben.

Doch Löw glaubt nicht an taktische Mängel. Auf die Frage, ob er womöglich mit der Umstellung vielleicht zuviel gewollt habe, antwortete der Trainer: "Im Nachhinein hätten wir dieses oder jenes machen können.“ Er verteidigt sich und zeigt keine Einsicht.

Im Gegenteil. Er lobt die Mannschaft: „In der zweiten Halbzeit hat die Mannschaft ein großes Herz bewiesen. Trotz alledem ein Lob, wie sie zurückgekommen ist.“

Die Spieler gaben sich sehr enttäuscht, halten jedoch an ihrem Trainer fest: "Man kann die Taktik vorschieben, aber am Ende stehen wir auf dem Platz und müssen das regeln.“, sagte Gomez.

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