Von Nils Reschke 0
Fußball-Bundesliga

FC Bayern München: Der schnellste Herbstmeister aller Zeiten

Jürgen Klopp meinte jüngst, dass er auf noch keinem Vereinswimpel das Wort Herbstmeister gelesen habe. Damit hat der Übungsleiter von Borussia Dortmund natürlich zum einen recht. Zum anderen hören sich solche Aussagen allerdings auch wie Durchhalteparolen im Revier beim amtierenden Deutschen Meister an.


Seit Mittwochabend ist es amtlich: Der FC Bayern München ist nach seinem 2:0-Erfolg beim Sportclub aus Freiburg Herbstmeister – und zwar der schnellste, den es jemals in deutschen Fußball-Oberhaus gegeben hat. Passend zur 50. Jubiläumsspielzeit haben die Bayern damit nach ihrem Startrekord eine neue Bestmarke aufgestellt. Was die Münchner derzeit auch anpacken – es ist vom Erfolg gekrönt. Keiner kann die Mannschaft von Jupp Heynckes stoppen. Und dass dem BVB am Samstag im Topspiel in der Allianz-Arena tatsächlich der fünfte Sieg in Serie gegen die Bayern gelingt, darf dann doch stark angezweifelt werden.

Die Weichen zum Sieg legte der FCB an der Dreisam schon in der ersten Viertelstunde dieser Partie. Und das, obwohl Jupp Heynckes im Vorfeld schon auf Nationalspieler Bastian Schweinsteiger verzichtet hatte, der geschont wurde, die Reise ins Breisgau erst gar nicht mit antrat. Dafür durfte Mario Gomez das erste Mal von Anfang an ran. Als Oliver Sorg das Leder nach zwölf Minuten höchst unglücklich an die Hand sprang, Thomas Müller den fälligen Strafstoß zum 1:0 verwandelte, ging alles schnell seinen gewohnten Gang. Zumal Fallou Diagne wegen einer Notbremse nur vier Minuten später auch noch die Rote Karte sah. Er hatte Shaqiri am Trikot gezupft, der Schweizer ließ sich fallen. Schiedsrichter Florian Mayer blieb wohl eher keine andere Entscheidung.

Für den „Vulkan“ an der Seitenlinie war das alles zu viel des Guten. Freiburgs Coach Christian Streich brodelte über. Auch nach dem Schlusspfiff konnte und wollte sich der Übungsleiter nicht beruhigen. Die Schiedsrichterentscheidungen kommentierte er nicht direkt, sagte aber auch: „Wir machen weiter, wir werden wie die Löwen kämpfen. Vielleicht wollen einige den SC Freiburg nicht in der Bundesliga haben. Aber das wird nicht gelingen. Schauen Sie am Ende der Saison auf die Tabelle, wo wir dann stehen.“ Wesentlich ruhiger ließen es in der Folgezeit die Bayern angehen gegen nun überforderte Hausherren. Dem eingewechselten Anatoliy Tymoshchuk gelang in der 79. Minute das 2:0. Und damit war sie perfekt: Die schnellste Herbstmeisterschaft aller Zeiten. Auch wenn die sich auf keinem Vereinswimpel wiederfinden wird.


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