Von Olga Lügenscheidt 0
Promis in Berlin

Fashion Week Berlin: Sehen und gesehen werden

Seit Dienstag ist in Berlin wieder die Fashion Week im Gange. Zahlreiche Designer präsentierten ihre neuesten Kollektionen und in der Hauptstadt wimmelt es nur so von Promis, die auf sich auf der Modewoche präsentieren wollen. Gerät die Mode immer mehr in den Hintergrund und die Partys immer mehr in den Vordergrund?

Franziska Knuppe

Franziska Knuppe für Eva Lutz

(© Getty Images)

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Bereits zum 13. Mal findet in Berlin die Fashion Week statt. Neben zahlreichen Modeschauen und 12 Einzelmessen, blüht die Hauptstadt wiedermal zur Party-Metropole auf.

Denn die Modewoche ist mittlerweile nicht nur für Modeinteressierte ein wichtiger Treffpunkt. Früher saßen die Chefredakteure der wichtigsten Modemagazine in der ersten Reihe, heute sind es vor allem Prominente. Dabei steht die Mode oft im Hintergrund und nur noch das "Sehen und gesehen werden" zählt.

Die wichtigste Frage ist "Wer sitzt neben wem" in der Frontrow. Die Promis sind die wichtigsten Aushängeschilder der Designer geworden. Diesen Trend zeichnet sich auch in der Werbung ab, früher zierten Models die Werbeplakate, heute sind es hauptsächlich erfolgreiche Schauspieler.

Der Schampus fließt schon in den frühen Morgenstunden und B, C, D Promis posierten vor dem Brandenburger Tor. Ex-DSDS Kandidaten, ehemalige Topmodel-Kandidatinnen und zahlreiche andere Prominente wackeln über den roten Teppich und posieren für die Fotografen.

Micaela Schäfer hat sich dieses Jahr was ganz besonderes einfallen lassen, sie tritt mit einer verzierten Glatze auf. Muss das denn wirklich sein? Später sitzen dann die meisten C, D Promis gelangweilt da und ärgern sich wenn ein anderer Promi öfters abgelichtet wurde.

Die meisten können wahrscheinlich mit der Mode nicht viel anfangen und zählen die Minuten bis die Show vorbei ist. Denn dann geht endlich der Party-Marathon los und es darf gratis Schampus geschlürft werden.

Zur gleichen Zeit finden in Paris gerade die Haute Couture Schauen statt. Wirft man einen Blick auf die Gästeliste in die Stadt der Liebe erkennt man sofort den Unterschied, denn dort tummeln sich die wahren Stars. Zwar hat sich dort dieselbe Hackordnung durchgesetzt, Hollywood-Stars in der ersten Reihe und die Vogue-Redakteure in der Zweiten.

Einige renommierte deutsche Designer weigern sich bei der Fashion-Week ihre Kollektionen zu präsentierten. Die bekannte Berliner Modemacherin Leyla Piedayesh erklärte der "BZ" bereits im letzten Jahr was sie von der Modewoche hält:"In Berlin gibt es 40 Shows und davon sind 10 gut und 30 kannst du vergessen". Auch über die Omnipräsenz der vergleichsweise unwichtigen Promis sagte sie:„Ich hätte lieber Sängerin Lana del Ray in der Frontrow.“ Und eben keine Monica Ivancan".

Man sollte aber nicht vergessen, dass auch weltweit erfolgreiche Labels vor Ort sind die absolut sehenswert sind und auch mit den Pariser oder New Yorker Schauen mithalten können. Labels wie Schumacher, Lala Berlin und Kaviar Gauche locken natürlich internationales Fachpublikum.

Doch trotzdem wird die Berliner Modewoche in den Medien mehr als ein gesellschaftlicher Event dargestellt, da die Designer oft in den Hintergrund geraten.


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