Von Nils Reschke 0
Domians Zensur-Vorwürfe

Facebook entschuldigt sich bei WDR-Moderator Jürgen Domian

Tausende Menschen klemmen sich Nacht für Nacht vors Radio oder den Fernseher und lauschen Jürgen Domian. Entweder, weil sie selbst ein Problem haben, oder einfach nur seine gleichnamige Talkshow hören wollen, die immer um 1 Uhr in der Nacht im WDR und im WDR-Radio läuft.


Es geht um viel Leid, um Kummer. Es geht um schwerer Erkrankungen, manchmal auch um lustige Dinge. Jürgen Domian jedenfalls bezieht im WDR immer klar Stellung und nimmt kein Blatt vor dem Mund. Auch nicht auf seiner Facebook-Seite. Für Wirbel sorgte aber jetzt die Tatsache, dass das größte Soziale Netzwerk offenbar kritische Beiträge des Moderators einfach gelöscht hat. Darüber zeigte er sich „äußerst verärgert und fassungslos“.

Über den neuen Papst hatte sich Domian wie folgt geäußert: „Manche Menschen wachsen mit und in ihrem Amt. Und so werden wir uns vielleicht noch über Franziskus wundern. Hoffen wir es! Geben wir ihm eine Chance! In einem halben, spätestens einem Jahr wissen wir mehr.“ Eigentlich harmlos – offenbar nicht für Facebook. Das gilt auch für seine Postings über den erzkonservativen Katholiken Martin Lohmann und seine diversen TV-Auftritte, in denen er Abtreibung als schwere Sünde bezeichnete, selbst wenn eine Vergewaltigung der Schwangerschaft vorausgegangen war. Domian nannte es „missionarischen Durchfall“.

Mittlerweile hat sich Facebook für das Löschen verschiedener Postings entschuldigt, spricht von menschlichen Fehlern. Und Jürgen Domian hat diese Entschuldigung auch angenommen. Der Süddeutschen Zeitung sagte eine Sprecherin von Facebook: „Unsere Reporting-Systeme sind dafür entwickelt, Menschen vor Missbrauch, Hass-Rede und Mobbing zu schützen und es ist bedauernswert, dass gelegentlich Fehler gemacht werden, wenn solche Reports bearbeitet werden“, heißt es in der Stellungnahme. Man wisse, dass es frustrierend sein könne, wenn wie in diesem Fall solch ein Fehler passiere. Dann die direkte Entschuldigung mit einem Link auf Jürgen Domians Facebookseite. Damit wäre das Thema wohl vom Tisch.


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