Von Mark Read 0

Eurovision Song Contest: Außenseiter Aserbaidschan gewinnt Show der Superlative


Schade, Lena! Es hat nicht für die Titelverteidigung gereicht. Trotz einer starken Performance hatte die Vorjahressiegerin bei der spektakulären Finalshow des Eurovision Song Contest 2011 keine Siegchance. Den Titel holte sich völlig überraschend Außenseiter Aserbaidschan. Auch andere Favoriten strauchelten gehörig.

Es war eine Show der Superlative: Fast 40.000 Menschen in der prall gefüllten Düsseldorfer Arena und angeblich 125 Millionen vor den Fernsehschirmen bekamen ein buntes, abendfüllendes Spektakel geboten. Die Organisatoren können stolz sein: Deutschland hat den Eurovision Song Contest mehr als würdig ausgerichtet und sich von seiner besten Seite gezeigt. Nur mit der Titelverteidigung wurde es nichts.

Mit 211 Punkten sicherte sich Außenseiter Aserbaidschan den Titel. Das Duo Ell/Nikki hatte mit "Running Scared" ein eingängiges Pop-Rockstück parat, das zwar schön ins Ohr geht, aber nicht gerade weltbewegend war. Man kann sagen: Europa hat auf Sicherheit gewählt. Dennoch: Gratulation an Aserbaidschan - der ESC 2012 wird also in Baku stattfinden.

Für Lena Meyer-Landrut langte es letztlich "nur" für Platz zehn mit 107 Punkten. Keine einzige der 43 stimmberechtigten Nation verteilte 12 Zähler an die Vorjahressiegerin. Trotzdem kann Lena stolz sein: Ihre Performance von "Taken By a Stranger" war lasziv, verrucht und schlicht und ergreifend spitze. Nächstes Jahr wird jemand anderes die deutschen Farben vertreten, doch an Lena wird sich jeder kommende deutsche Kandidat messen müssen.

Auch die weiteren Favoriten strauchelten: Frankreichs Amaury Vassili galt im Vorfeld zuletzt als DER Favorit schlechthin. Doch das schmalzige "Sognu" des Korsen konnte nur wenige Hörer überzeugen - Frankreich wurde mit nur 82 Zähler Fünfzehnter von 25 Nationen. Das irische Zwillingsduo Jedward lieferte der erwartet durchgeknallten Auftritt ab, hatte dennoch nichts mit der Titelvergabe zu tun. Am Ende landeten die beiden mit "Lipstick" auf Rang acht. Noch viel schlimmer kam es für die Schweiz: Als heißer Außenseitertip wurde die hübsche Anna Rossinelli gehandelt, doch am Ende bekam die 23-Jährige für ihr nettes Liedchen "In Love for a While" die wenigsten Punkte - lediglich 19.

Vielmehr strahlten die Außenseiter: Hinter Aserbaidschan kam Italien als Zweiter ins Ziel. Raphael Gualazzi und seine Band gaben mit "Madness of Love" eine sympathische Jazz-Pop-Nummer zum Besten, die zu Recht großen Anklang fand. Für Italien verlief die erste ESC-Teilnahme nach 14 Jahren damit megaerfolgreich - mit 189 Punkten hatten unsere Freunde im Süden vier mehr auf dem Konto als Schweden. Eric Saade und sein Song "Popular" lagen zur Halbzeit der Punktewertung sogar noch an der Spitze, wurden am Ende aber von Aserbaidschan distanziert. Hier könnt ihr euch die komplette Punktewertung ansehen.

Ein Lob verdienten sich übrigens auch die drei Moderatoren Anke Engelke, Judith Rakers und Stefan Raab, die wortgewandt, sprachgewandt (vor allem Engelke mit perfektem Französisch und Englisch) und auch witzig durch den Abend führten. Auch der Pausenfüller-Auftritt von Popstar Jan Delay ging unter die Haut. Alles in allem war der Eurovision Song Contest 2011 eine tolle Show, die definitiv im Gedächtnis bleiben wird. Ob der Sieg für Aserbaidschan verdient war oder nicht, das könnt ihr jetzt entscheiden - stimmt ab in unserem Voting!

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