Von Sophia Beiter 0
Politische Botschaft brachte Sieg für Ukraine

ESC-Gewinnerin Jamala: Davon handelt ihr Song „1944“

Ukraine-Vertreterin Jamala kann ihren ESC-Sieg kaum fassen

Ukraine-Vertreterin Jamala kann ihren ESC-Sieg kaum fassen

(© ITAR-TASS / imago)

Die sympathische Sängerin Jamala holte beim Finale des Eurovision Song Contest in Stockholm den Sieg für die Ukraine. Die 33-Jährige konnte mit ihrem Song „1944“ sowohl die Jury als auch die Zuschauer begeistern und gewann schlussendlich mit 534 Punkten vor Australien und Russland. Doch Jamalas Lied ist nicht nur ein Ohrwurm und ihre Stimme nicht nur wunderschön – „1944“ ist auch ein politisch inspirierter Song.

Während Deutschland beim Finale des Eurovision Song Contest 2016 den letzten Platz belegte und damit eine enttäuschende Niederlage einstecken musste, gab es für die Vertreterin der Ukraine Jamala (33) allen Grund zu feiern. Die 33-Jährige setzte sich mit ihrem Song „1944“ gegen alle anderen Teilnehmer durch. Doch hinter der modernen Ballade steckt viel mehr als nur ein toller Song: Jamalas Text handelt vom Leid der Krimtartaren im 20. Jahrhundert.

In den vierziger Jahren wurden die Krimtartaren von der Sowjetmacht aus ihrer Heimat, der Krimhalbinsel, vertrieben. Im Jahr 1944 ließ Stalin die Menschen nach Zentralasien schicken. Doch der Songtitel „1944“ ist auch als Anspielung auf die gegenwärtige Situation und Russlands Annexion der Krim zu verstehen.

Politische ESC-Songs

Anfangs war nicht klar, ob Jamalas Song beim Eurovision Song Contest überhaupt performt werden darf oder als Beleidigung der russischen Nachbarn aufgefasst werden könnte. Politische Botschaften sind beim ESC nicht immer leicht zu verwirklichen – doch trotzdem geht es vielen Teilnehmern nicht nur um Unterhaltung und tolle Musik. So setzte zum Beispiel Conchita Wurst (28) mit ihrer Erscheinung als bärtige Frau im Jahr 2014 ein Statement für mehr Toleranz. Und auch Conchita errang damals mit ihrer Botschaft den ESC-Sieg.

Jamala kommt selbst von der Krim

Auch die 33-jährige Jamala selbst ist eine Krimtartarin. Deshalb liegt ihr umso mehr daran, dieses Thema an die Öffentlichkeit zu bringen. Vor allem, weil in den vierziger Jahren auch Jamalas Familie Opfer der Vertreibung wurden. Die Großeltern der hübschen Sängerin mussten damals auf Befehl der Sowjetmacht ihr Zuhause verlassen.

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