Von Nils Reschke 0
Wer singt für Deutschland?

ESC 2013: Deutscher Vorentscheid ohne ProSieben, aber mit interessanter Idee

Mit „Euphoria“ gewann Schweden und die Sängerin Loreen 2012 in Baku den Eurovision Song Contest. Das bedeutet auch: Die Skandinavier sind Gastgeber beim ESC 2013, der in Malmö stattfinden wird. Fest steht derweil ebenso, dass der Privatsender Pro Sieben beim deutschen Vorentscheid nicht mehr mit an Bord ist. Eine Castingshow, die nach „Unser Star für Malmö“ fahndet, wird es also nicht mehr geben.


An einem einzigen Abend will die ARD den Sieger des deutschen Vorentscheids für den ESC 2013 küren, der Deutschland in Malmö vertreten wird. Der Druck ist groß. Denn Stefan Raab hatte seinerzeit mit unbekannten Künstlern Deutschland beim Grand Prix neues Leben eingehaucht. Mit Lena gewann man sogar zum zweiten Mal in der Geschichte den Eurovision Song Contest 2010 im norwegischen Oslo.

Am 14. Februar 2013 ist die TUI-Arena also Schauplatz für den deutschen Vorentscheid „Unser Star für Malmö“. Ganz will das Erste die Entscheidung aber nicht dem Fernsehpublikum überlassen, denn es soll auch eine fünfköpfige Jury mitentscheiden. Darüber hinaus werden wohl auch Stimmen der Hörer verschiedener Radiosender mit ins Voting einbezogen. Die Frage ist nur: Geht das gut? Viele mögen ja kritisieren, dass Stefan Raab mit seinem Casting-Konzept einen nicht enden wollenden Show-Marathon ins Leben gerufen hat. Doch: Der Erfolg gab ihm recht. Roman Lob belegte letztes Jahr einen guten achten Platz, Lena startete als Titelverteidigerin 2011 ein zweites Mal, wurde Zehnte. Als Raab seine Finger 2009 nicht mit im Spiel hatte, belegte Deutschland mit „Alex Sings Oscar Swings!“ nur einen enttäuschenden 20. Rang.

Und auch der Schauplatz Hannover ist nicht unbedingt ein gutes Omen. 2001 wurde hier Zlatko, der einstige Big-Brother-Star, gnadenlos für eine gnadenlos schlechte Live-Performance ausgebuht. Einige werden sich an dieses Debakel erinnern. Schlagerstar Michelle durfte damals nach Kopenhagen reisen – sie wurde Achte. Zumindest das gibt Grund zur Hoffnung. Bekannt gegeben werden sollen die Teilnehmer des deutschen Vorentscheids noch im Dezember diesen Jahres. Man wolle das ganze Spektrum zeitgenössischer deutscher Popmusik abbilden, heißt es bei der ARD. Neu ist, dass Radiosender integriert werden, die die Songs spielen, ihre Höre im Internet abstimmen lassen und dann – ganz wie beim „großen“ ESC – ihre Punktvergabe vorlesen. Das zumindest ist eine gute Idee. Die Stimmen werden gedrittelt. Ein Drittel fällt auf die Radiosender, ein Drittel auf das TV-Voting. Und ein Drittel fällt auf eine Jury aus Experten – zu denen könnte vielleicht doch noch Stefan Raab zählen.


Teilen:
Geh auf die Seite von: