Von Nils Reschke 0
Alles nur geklaut?

Erwischt?! „Der Minister“ und die Plagiatsvorwürfe

Die Prinzen würden jetzt ihren Song „Alles nur geklaut“ zum Besten geben. Deutschland hingegen fragt sich: Wie viel wurde tatsächlich in „Der Minister“ abgekupfert – und ist das in dieser Art und Weise noch legitim?


Am Dienstagabend gönnte uns der Privatsender Sat.1 die herrliche Politsatire „Der Minister“. Was haben wir gelacht über Schauspielerin Katharina Thalbach als Kanzlerin Angela Murkel. Kai Schumann und Alexandra Neldel spielten darin das Ehepaar Franz Ferdinand und Victoria von und zu Donnersberg – und persiflierten darin natürlich das Ehepaar zu Guttenberg, deren Geschichte „Der Minister“ aufs Korn nahm. Sat.1 rieb sich nach der Ausstrahlung angesichts einer tollen Quote von 18,2 Prozent beim werberelevanten Publikum die Hände. Doch im Nachspiel auf die Politsatire gibt es jetzt Ärger.

Denn nun sieht sich der Sender selbst mit Plagiatsvorwürfen konfrontiert. Im Internet „enthüllten“ Zuschauer zahlreiche Zitate, die sie an anderer Stelle eben schon gehört oder gelesen haben. Unter anderem auch bei der britischen Serie „Yes, Minister“. Und die FAZ legte auf ihrem Online-Portal noch mit einem entsprechenden Artikel nach: Bereits Anfang des Jahres 2011 nämlich hatte Oliver Maria Schmitt, seines Zeichens selbst ein Satiriker und Chefredakteur bei der Titanic, einen Text mit dem Titel „Wüstentreff mit Guttensteph“ verfasst. Schmitt habe in dem Film „Der Minister“ Textpassagen aus seinem eigenen Werk wiedererkannt.

Via Sat.1 ließ die Drehbuchautorin Dorothee Schön zu diesen Vorwürfen wissen, dass es sich beim Spielfilm auch um eine „Mediencollage“ handele. Sowohl die Titanic als auch die Bild-Zeitung hätten sie beim Schreiben inspiriert. Letztendlich würde „Der Minister“ summa summarum „Hunderte von Artikeln, Schlagzeilen, Titelblättern, Szenen aus Fernsehshows, Preisverleihungen und Pressekonferenzen“ aufgreifen.

Sat.1 selbst zeigte sich nur „überrascht über diese Diskussion“. Da hier aber – wenn auch satirisch – massiv auf Zitate, Schlagzeilen und Co. zurückgegriffen wurde, stellt sich natürlich die Frage: Hätte das nicht zumindest im Abspann mitgeteilt werden müssen. Dazu gab es von Seiten des Senders keine Antwort.


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