Von Nils Reschke 0
EM 2012 Gruppe D

Englands größter Gegner heißt nicht Frankreich

Mit einem Klassiker wie gestern Spanien gegen Italien startet auch die Gruppe D heute in die Europameisterschaft. Frankreich, für viele mehr als ein Geheimtipp, erwartet die Three Lions aus England. Wie stark die sich nach ihren zahlreichen Verletzungen überhaupt präsentieren können, bleibt abzuwarten.


Dass englische Medien nicht gerade gnädig mit den Gegnern der "Three Lions" umgehen, ist bekannt. Dass die lokale Presse bisweilen bei Schlappen auch die eigenen Kicker übel mitspielt, dafür ist sie ebenso berüchtigt. Dass aber Englands Nationalmannschaft schon vor ihrem ersten Spiel in der Gruppe D der Euro, das heute Abend um 18 Uhr in der Donbass Arena in Donezk gegen Frankreich angepfiffen wird, so scharf von Medien angegangen wird, ist durchaus neu. The Daily Telegraph nahm kein Blatt vor dem Mund und titelte: „Wir sind Müll. Und das wissen wir ganz genau!“ Im Mutterland des Fußballs existieren die Hoffnungen auf ein gutes Turnier der eigenen Mannschaft offenbar so gut wie gar nicht.

Einen Zusammenhang gibt es natürlich. Denn die Mannschaft von Nationaltrainer Roy Hodgson hatte es in der Vorbereitung alles andere als leicht, weil fast täglich ein Akteur seine Reise nach Polen und in die Ukraine absagen musste. Prominentester Ausfall war natürlich Frank Lampard vom FC Chelsea. Er befindet sich in guter Gesellschaft mit Gary Cahill, Gareth Barry, Jack Wilshere, Stürmer Darren Bent und Verteidiger Chris Smalling. Auch Torwart John Ruddy musste passen. Die Three Lions gehen arg gebeutelt in ihre erste Aufgabe gegen Frankreich, dem vermeintlich stärksten Gegner in der Gruppe D der EM. Und weil auch noch Wayne Rooney zwei Spiele gesperrt bleibt und somit erst im letzten Match gegen Gastgeber Ukraine zur Verfügung steht, wird es alles andere als leicht gegen die Franzosen.

Frankreich ist seit nunmehr 21 Spielen ungeschlagen. Das veranlasste nicht wenige Experten, die Franzosen zu mehr als einen Geheimtipp bei der Euro auszurufen. Davon will deren Nationaltrainer Laurent Blanc aber rein gar nichts wissen, denn man habe zuletzt zwei schwache Turniere gespielt, wie Blanc betonte. „Deswegen verbietet es sich, uns auf eine Stufe mit Europa- und Weltmeister Spanien, Deutschland oder auch den Niederlanden zu stellen.“ Möglicherweise denkt selbst Laurent Blanc um. Spätestens dann, wenn die Equipe Tricolore heute Abend gegen die Engländer mit einem Sieg startet.


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