Von Nils Reschke 0
Autoball-EM 2012

Eko Fresh: Irgendwo zwischen Pechvogel und Publikumsliebling

War er nun der Europameister der Herzen, oder doch eher der Depp vom Dienst? Weil Eko Fresh gar keinen Führerschein besitzt, bot er bei der Autoball-EM auf ProSieben beste Unterhaltung. Unfreiwillig, denn so hatte sich das der Rapper gewiss nicht vorgestellt.


Wer den Schaden hat, braucht für den Spott bekanntlich nicht zu sorgen. Und der prasselte mächtig und reichlich ein auf den Rapper. Eko Fresh war für die Türkei bei der diesjährigen EM im Autoball angetreten. So weit, so gut. Schlecht war hingegen die Tatsache, dass der junge Mann gar keinen Führerschein besitzt. Und so fuhr der Rapper dann auch los. Die Ehre des Vaterlands stand auf dem Spiel. Eko Fresh sollte sie nicht retten können. Der 28-jährige Rapper musste einem fast leid tun.

Auftakt also gegen Portugal und Schauspieler Manuel Cortez. Dem konnte im gegnerischen Boliden wohl Angst und Bange werden, denn wie ein wildgewordener Derwisch drückte der Rapper auf das Gaspedal – und vergaß dabei dann leider, die Bremse zu betätigen. Beim ersten Mal krachte Eko Fresh noch in die Bande, danach ging es der Karre von Cortez an den Kragen. Karambolage! Als später Österreich mit Christian Clerici gegen den Auto-Anfänger ranmusste, hielt sich der Alpen-Driver merklich zurück. Sein Mikrofon verriet: „Ich brauch den Wagen noch, der rammt doch alles“, meinte Clerici entnervt. Dabei hatte es Eko Fresh doch gar nicht böse gemeint. Er konnte es nur nicht besser! 2:5 endete die Partie gegen den Moderator, zwei Tore also für den Rapper, der am Ende der Gruppenphase immerhin etwas besser fuhr.

Das sah gegen Portugal und vor allem gegen Italien mit dem späteren Titelträger Giovanni Zarrella noch ganz anders aus. Der Italiener kannte keine Gnade und fertigte den Rapper mit sage und schreibe 1:9 ab. Eko Fresh hielt weiter sein Gaspedal munter auf Trab – und damit auch die zahlreichen Helfer rund um das Spielfeld. Autoteile, Glassplitter, zerplatzte Bälle – wo Eko Fresh fuhr, hinterließ er eine Spur der Verwüstung. Und zu allem Überfluss liefen auch noch seine Scheibenwischer heiß in der – wohlgemerkt – überdachten Halle. Das war dann selbst für Kommentator Frank Buschmann zu viel des Guten. Der konnte sich nicht mehr mit dem Lachen zurückhalten. Da ging es ihm nicht anders als dem Publikum. Die hatten zumindest ihren Spaß, wann immer Eko Fresh bei der Autoball-EM hinterm Steuer saß.


Teilen:
Geh auf die Seite von: