Von Mark Read 0
BVB siegt 1:0

Ein Drama in drei Akten: Dortmund bezwingt den FC Bayern im Spitzenspiel

Es war das Spiel der Spiele, womöglich die Vorentscheidung in der deutschen Meisterschaft. Und die Kracherpartie zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern München im ausverkauften Signal-Iduna Park hielt genau, was sie versprach. Nach einer hochdramatischen Schlussphase durfte sich der BVB über einen verdienten 1:0-Sieg freuen.


Vor 80.700 Zuschauern im natürlich restlos ausverkauften Dortmunder Stadion dominierte der Tabellenführer und amtierende deutsche Meister die Partie vom Anpfiff weg. Der Borussia war anzumerken, dass sie früh für klare Verhältnisse sorgen und den Vorsprung auf die Bayern auf fast schon uneinholbare sechs Zähler anwachsen lassen wollte. Bereits nach zwei Minuten tauchte Jakub Blasczykowski frei vor Bayern-Keeper Manuel Neuer auf, verfehlte jedoch. Kurz darauf rettete Neuer in Weltklasse-Manier gegen den völlig freistehenden Kevin Großkreutz und parierte auch den Nachschuss von BVB-Torjäger Robert Lewandowski.

Die Bayern brauchten lange, um in Fahrt zu kommen. Immer wieder verlor das Team von Trainer Jupp Heynckes in der Vorwärtsbewegung die Bälle. Erst nach einer guten halben Stunde gab Toni Kroos den ersten gefährlichen Schuss aufs BVB-Tor ab. Heynckes' Gegenüber Jürgen Klopp hingegen sah sein Team weiterhin nach vorne Spielen. Kurz vor der Pause traf Lewandowski per Kopf den Pfosten. Trotz Dortmunder Überlegenheit ging es torlos in die Kabine.

Nach dem Seitenwechsel kamen die Bayern besser in die Partie und erspielten sich eine deutliche Überlegenheit im Ballbesitz. Franck Ribéry und Arjen Robben hatten auch Torchancen. Doch nach etwas über einer Stunde berappelte sich der BVB wieder. In der 77. Minute schließlich fiel die Entscheidung. Nach einer Ecke kam Großkreutz von außerhalb des Strafraums zum Schuss. Lewandowki stand in der Schusslinie, verdeckte Manuel Neuer die Sicht und lenkte die Kugel zudem noch artistisch per Hacke ins Tor.

Die Dortmunder Arena bebte in ihren Grundfesten, doch gewonnen war die Partie natürlich noch nicht. Denn in der Schlussphase, dem dritten Akt in diesem Drama, warf der FC Bayern noch einmal alles nach vorne und hatte mehrere hochkarätige Gelegenheiten zum Ausgleich. In der 85. Minute holte BVB-Towart Roman Weidenfeller Arjen Robben von den Beinen. Doch den fälligen Elfmeter schoss der Holländer selbst viel zu schwach und unplatziert, so dass Weidenfeller die Kugel sogar festhalten konnte. In der Schlussminute wurde Robben endgültig zur großen tragischen Figur in diesem Drama: Nachdem BVB-Verteidiger Neven Subotic den Ball unglücklich an die eigene Latte gelenkt hatte, fiel er Robben vor die Füße, der das Kunststück fertig brachte, aus etwa zwei Metern über das quasi leere Tor zu schießen.

Doch insgesamt war der Dortmunder Sieg hochverdient. Vier Spieltage vor Schluss liegt der BVB also bei 12 noch zu vergebenenen Punkten sechs Zähler vor den Bayern. Sollte Dortmund im Revier-Derby gegen Schalke 04 am kommenden Samstag ebenfalls gewinnen, darf Jürgen Klopp schon einmal seinen Sonntagsanzug für die Meisterfeier auspacken.

Analyse: Ist die Meisterschaft wirklich schon entschieden?

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