Von Mark Read 0
Transrapid und Problembär

Edmund Stoiber wird 70: Seine größten rhetorischen Momente

Er war, … äh … ist, äh … ist eine der schillerndsten Figuren der deutschen Politik – von der bayerischen ganz zu schweigen. Heute wird Edmund Stoiber stolze 70 Jahre alt. Wir gratulieren dem früheren Ministerpräsidenten ganz herzlich und erinnern an seine größten rhetorischen Momente.


Am 30. September 2007 endete eine Ära. Edmund Stoiber trat nach insgesamt 14 Jahren als Ministerpräsident Bayerns von der Bühne ab – nachdem er im Januar über eine interne Revolution gestolpert war. Unter Stoibers Führung wurde der Freistaat zum wohlhabendsten Bundesland, er holte die High-Tech-Industrie nach München und hielt die Arbeitslosigkeit stets auf einem Rekord-Tief. Und doch bleibt festzuhalten: Wenn sich heute jemand an den verdienten CSU-Politiker erinnert – und das tun an seinem 70. Geburtstag sicherlich viele – dann vor allem wegen seiner verbalen Aussetzer. Stoibers rhetorische Fehlleistungen sind nach wie vor legendär. Stets hatte man bei ihm das Gefühl, dass der Mund manchmal schneller war als das Gehirn, was für einige lustige Wortverdreher und Freud'sche Versprecher sorgte. Wir haben einige von Edmund Stoibers besten Zitaten für euch gesammelt.

01. Der Klassiker: Transrapid

Am 21. Januar 2002 war Edmund Stoiber auf dem Neujahrsempfang der CSU im alten Münchener Rathaus für den Bau des Hochgeschwindigkeitszugs Transrapid zum Münchener Flughafen. Seine Rede wurde zum absoluten Klassiker:

"Wenn Sie vom Hauptbahnhof in München ... mit zehn Minuten, ohne, dass Sie am Flughafen noch einchecken müssen, dann starten Sie im Grunde genommen am Flughafen ... am ... am Hauptbahnhof in München starten Sie Ihren Flug. Zehn Minuten. Schauen Sie sich mal die großen Flughäfen an, wenn Sie in Heathrow in London oder sonst wo, meine sehr ... äh, Charles de Gaulle in Frankreich oder in ... in ... in Rom. Wenn Sie sich mal die Entfernungen anschauen, wenn Sie Frankfurt sich ansehen, dann werden Sie feststellen, dass zehn Minuten Sie jederzeit locker in Frankfurt brauchen, um ihr Gate zu finden. Wenn Sie vom Flug ... vom ... vom Hauptbahnhof starten - Sie steigen in den Hauptbahnhof ein, Sie fahren mit dem Transrapid in zehn Minuten an den Flughafen in ... an den Flughafen Franz Josef Strauß. Dann starten Sie praktisch hier am Hauptbahnhof in München. Das bedeutet natürlich, dass der Hauptbahnhof im Grunde genommen näher an Bayern ... an die bayerischen Städte heranwächst, weil das ja klar ist, weil auf dem Hauptbahnhof viele Linien aus Bayern zusammenlaufen."

Alles klar?

02. Die gludernde Lot

Auf dem CDU-Parteitag wollte Stoiber die Mitglieder der CSU-Schwesterpartei mal so richtig wachrütteln. Das ging leider in die Hose.

„Es muss zu schaffen sein, meine Damen und Herren … wenn ich die CDU ansehe, die Repräsentanten dieser Partei, an der Spitze, in den Ländern, in den Kommunen … dann bedarf es nur noch … eines kleinen … Sprühens sozusagen, in die gludernde Lot, in die gludernde Flut dass wir das Schaffen können. (Beifall) Und deswegen … in die glodernde Lut, wenn ich das sagen darf!“

03. Der Problembär

Im Jahr 2005 war es DER Aufreger schlechthin in Bayern: Der Bär Bruno stapfte durch den Freistaat und stellte die Regierung vor die Frage: Was machen wir mit ihm? Letztlich wurde Bruno getötet, und Stoiber wollte erklären, warum.

„Nun haben wir, der normal verhaltende Bär lebt im Wald, geht niemals äh, raus und äh, reißt vielleicht äh, ein bis zwei Schafe im Jahr. Äh, wir haben dann einen Unterschied zwischen dem normal sich verhaltenden Bär, dem Schadbär und dem äh, Problembär. Und, äh, es ist ganz klar, dass äh, dieser Bär äh, ein Problembär ist und äh, es ist im übrigen auch äh, im Grunde genommen äh, durchaus äh, ein gewisses Glück gewesen. Der hat um 1 Uhr nachts äh, praktisch äh, diese Hühner gerissen. Und äh, Gott sei dank war in dem Haus… äh, war… also jedenfalls ist das nicht bemerkt worden aufgrund von… äh, es ist nicht bemerkt worden.“

4. Mutter von drei Kindern

Als Präsident aller Bayern musste sich Stoiber natürlich auch in die Frauen seines Landes hineindenken. Also rief er ihnen einst zu:

„Glauben Sie mir: Ich weiß, was es bedeutet, Mutter von drei Kindern zu sein!“

Weiß er das wirklich?

5. Karin und der Gärtner

Mit seiner Frau Karin lebt Stoiber seit Jahrzehnten in glücklicher Ehe. Auch das Anwesen in Wolfratshausen bei München hegt und pflegt das Ehepaar mit Leidenschaft.

„Ich hab’s mir auch angewöhnt, dass ich jeden Tag in der Früh … in den Garten schau‘ und vielleicht … eine Blume hinrichte – oder aufrichte – ja und a bissl mähen tu ich. Und ansonsten sage ich meiner Frau, was ich tun würde … und, ja, dann macht sie es, oder beziehungsweise macht sie es mit dem Gärtner … zusammen.“


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