Von Nils Reschke 0

Doppelter Olli: Oliver Kahn kritisiert – und Oliver Bierhoff stichelt zurück

Vielleicht liegt es ja am Vornamen, und bei den Olivers dieser Republik ist der Stichel-Faktor ganz besonders groß. Es gibt da ja auch einen Oliver Pocher, beispielsweise, kein Kind von Traurigkeit und einer, der übrigens den Titan Kahn vortrefflich persiflieren kann. Im ZDF kam es am Mittwochabend nach dem Länderspiel jedenfalls auch zu einem kleinen Zickenkrieg.


Schon seit einiger Zeit versucht sich Oliver Kahn, der einstige Nationaltorwart von Weltklasseformat, als TV-Experte im ZDF. An der Seite von Katrin Müller-Hohenstein analysierte der Titan zuletzt die Spiele bei der Europameisterschaft 2012 in Polen und der Ukraine. Und auch beim ersten Testspiel der deutschen Nationalmannschaft nach dem EM-Aus schaute Oliver Kahn ganz genau hin. Eines schmeckte ihm dabei – abgesehen von der aus seiner Sicht schwachen Abwehrleistung – überhaupt nicht: Die Reaktion der deutschen Spieler nach der 1:3-Niederlage, als sich alle abklatschten und zufrieden dreinblickten.

Derartige Selbstzufriedenheit ist die Sache eines Oliver Kahn nicht. War es noch nie, ganz besonders nicht nach Niederlagen. Das brachte Kahn, dem dieses „Friede, Freude, Eierkuchen“ mächtig auf den Senkel ging, auch deutlich zur Sprache. Er habe keinen Spieler im deutschen Trikot gesehen, der sich geärgert habe, kritisierte Kahn. Auch DFB-Manager Oliver Bierhoff wurde in einem Interview kurz darauf mit diesen Vorwürfen konfrontiert. Bierhoff stutzte einen Moment, dann folgte die Gegenattacke. Er habe nach dem verlorenen WM-Finale auch keinen Kahn gesehen, der sich ärgerte. „Der saß damals stumm am Pfosten.“ Eine Anspielung an die 0:2-Niederlage im Endspiel der WM 2002, in dem Oliver Kahn, ansonsten mit einer Weltklasseleistung beim kompletten Turnier, ausgerechnet im finalen Match daneben gegriffen hatte.

Und wie reagierte die Titan auf den Konter? Sichtlich angeschlagen. Schnell hinterfragte er, ob man sich jetzt auf solch ein Niveau herablassen müsse, dann bemerkte er, dass da Ärger drohen könnte und bekam noch so gerade eben die Kurve. Natürlich müsse Oliver Bierhoff als Vertreter des DFB so reagieren. „Was soll er auch anderes sagen“, fragte Oliver Kahn, um dann festzustellen, dass hinter den Kulissen gewiss eine andere Meinung herrsche, die aber nicht an die Öffentlichkeit gelangen würde. Das ist gerade noch einmal gut gegangen. Ein zweiter Rudi-Völler-Gedächtnis-Vulkanausbruch blieb den TV-Zuschauern am Mittwochabend erspart.


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