Von Stephanie Neuberger 0
Ein Western von Tarantino

"Django Unchained": Quentin Tarantino bringt den Western zurück

Mit "Django Unchained" lieferte Quentin Tarantino seine Version eines Western ab. Selbstverständlich mit viel Blut und Schießereien. Erneut spielt Christoph Waltz mit und macht seinen Job hervorragend. Kein Wunder, dass er für einen Oscar nominiert ist. Der Film ist allerdings nur etwas für Tarantino-Fans.


Mit „Django Unchained“ bringt Quentin Tarantino den Western zurück und liefert damit Erfolgskino ab. Der Film steht bei den Preisverleihungen hoch im Kurs und Christoph Waltz ist sogar für einen Oscar nominiert. Zu recht wie ich finde, denn seine Darbietung in „Django Unchained“ ist erstklassig. Seine Rolle bringt ein wenig Witz mit und macht den Streifen unterhaltsamer.

Waltz spielt den deutschen Arzt Dr. King Schultz, der seit mehreren Jahren als Kopfgeldjäger arbeitet, äußerst gekonnt. Er ist der Gute im Streifen. Auch Leondardo DiCaprio machte seinen Job als Fiesling Calvin Candie sehr gut. Eine Nominierung als Nebendarsteller bei den Academy Awards hätte auch er verdient. Dass ihm die Rolle als böser Plantagenbesitzer schwerfiel, merkte man nicht. Ich halte ihn sowieso für einen herausragenden Schauspieler, der endlich eine Anerkennung von der Academy bekommen müsste!

Selbstverständlich ist Django ein klassischer Tarantino-Film und zartbeseitete Zuschauer, die kein Blut oder Mord sehen können, sollten sich den Film auf keinen Fall ansehen. Da es sich um Tarantino handelt und der Film ab 16 Jahren freigegeben ist, dürfte klar sein, dass er nichts für schwache Mägen ist. Aber wie bei allen Streifen von Quentin erwartet man natürlich auch, dass das Blut nur so spritzt.

Dies gehört bei ihm dazu und Fans wären sicherlich enttäuscht, wenn Tarantino darauf verzichten würde. Was der Filmemacher natürlich nicht tut, denn die Geschichte hätte ein Chance auf ein unblutiges Ende gehabt, doch dies kam nicht infrage. Dennoch ertappte ich mich dabei, wie ich zur Mitte des Filmes dachte: „Für einen Quentin Tarantino Film ist er überraschend unblutig.“ Doch kurz darauf musste ich meine Meinung dazu auch schon wieder ändern.

Sicherlich ist „Django Unchained“ kein klassischer Western wie er im Buch steht. Aber diese Zeit, in der die Westernfilme spielen, bietet natürlich die Rahmenbedingungen für die Geschichte. Der Kopfgeldjäger, die Südstaaten und natürlich die Sklaverei sind  Grundlagen für die Geschichte des Filmes.

Obwohl das Genre nicht zu meiner bevorzugten Kategorie zählt, konnte ich „Django Unchained“ durchaus etwas abgewinnen. Allerdings hab ich auch einen kleinen Kritikpunkt am Film. Denn er war lang, sehr lang. An manchen Stellen war er etwas langatmig und hätte eine Kürzung vertragen. Zwar fängt er großartig an, hat in der Mitte allerdings paar Längen und endet mit einem Tarantino-Finale.

Zu guter Letzt hält „Django Unchained“ aber was er als Film von Quentin Tarantino verspricht. Ich werde am 24. Februar Christoph Waltz die Daumen drücken, dass er den Oscar für seine Rolle als Kopfgeldjäger bekommt. Verdient hätte er ihn auf jeden Fall.


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