Von Nils Reschke 0
Bundesliga Teamcheck

„Dino“ Hamburger SV will turbulente Zeiten endlich zu den Akten legen

Am 24. August ist es soweit: Dann eröffnete der amtierende Deutsche Meister Borussia Dortmund die neue Fußball-Saison 2012/13 gegen Werder Bremen. Es ist eine ganz besondere Spielzeit, denn die Bundesliga geht in ihre 50. Spielzeit. Grund genug für Promipool.de, die 18 Vereine im großen Promipool Bundesliga Teamcheck genauer unter die Lupe zu nehmen. Heute: der Hamburger SV.


Wenn ein Verein das 50. Bundesliga-Jubiläum besonders feiern darf, dann ja wohl der Hamburger SV. Denn als einziger Club sind die Hanseaten, die deswegen nicht ganz ohne Grund „Dinosaurier der Liga“ genannt werden, seit Gründung der Bundesliga dabei. Doch die abgelaufene Saison war eine der härtesten Spielzeiten. Um ein Haar wären die Rothosen nämlich abgestiegen. Ruhe ist seitdem kaum eingekehrt. Es brennt an allen Ecken und Enden. Negativer Höhepunkt in der Vorbereitung war sicherlich die Prügelei zwischen Slobodan Rajkovic und Heung-Min Son, weswegen der Serbe die Reise nach Südkorea nicht mitmachen durfte und sich daraufhin lautstark beschwerte. Also setzt der HSV nicht mehr auf seine Dienste. Rajkovic soll verkauft werden. Einige namhafte Profis sind bereits weg.

Welche Akteure haben den Verein verlassen?

Fast schon still und heimlich hat sich die einstige Skandalnudel, der Peruaner Paolo Guerrero, aus der Hansestadt verabschiedet und geht nun für Corinthians Sao Paolo auf Torejagd. Gökhan Töre wurde an Rubin Kazan abgegeben. Beide Transfers spülten fast zehn Millionen Euro in die Vereinskasse, aber drei Millionen muss der HSV für den Töre-Transfer gleich wieder an den FC Chelsea abdrücken. Auch Mladen Petric und David Jarolim stehen nicht mehr im Kader der Hamburger. Petric verdient seine Brötchen mittlerweile in der Premier League beim FC Fulham, das Ziel vom Tschechen Jarolim ist ungewiss. Auch ein Ende seiner Karriere scheint möglich. Gleiches gilt für den Niederländer Romeo Castelen, der immer wieder von schweren Verletzungen zurückgeworfen wurde.

Welche Spieler sind neu im Kader oder sollen noch kommen?

Auf dem Transfermarkt wollte es für den HSV ebenso noch nicht so recht laufen. Ziemlich früh standen die Verpflichtungen von Torwart Rene Adler, der bei Bayer Leverkusen keine Rolle mehr spielte, und von Stürmer Artjoms Rudnevs, der aus der polnischen Ekstraklasa für rund 3,5 Millionen Euro von Lech Posen kommt, fest. Talent Maximilian Beister war in der vergangenen Saison an Fortuna Düsseldorf ausgeliehen und ist nun zum HSV zurückgekehrt. Mehr gibt es an der Elbe bislang nicht zu vermelden – außer einige Gerüchte und Spekulationen. Ganz oben auf der Liste der Hanseaten steht Milan Badelj, der von Dinamo Zagreb verpflichtet werden soll. Kostenpunkt: rund fünf Millionen Euro. „Wir brauchen noch einen Achter, einen Zehner und einen Innenverteidiger“, wird auch Trainer Thorsten Fink mit seinen Forderungen mittlerweile lauter.

Wie lief es im letzten Jahr und welches Saisonziel ist dieses Mal realistisch?

Ein Jahr zum Abhaken, aber immerhin mit einem Happy End, liegt hinter dem „Dinosaurier der Liga“, der das Schlimmste so gerade eben noch abwenden konnte. Mit fünf Punkten Vorsprung auf den 1. FC Köln wurde der Relegationsplatz am Ende deutlich vermieden. Nicht mehr, nicht weniger. Und sollten die HSV-Verantwortlichen nicht auf dem Transfermark noch fündig werden, droht eine ähnlich schwache Saison, in der es ganz eng werden könnte für die Rothosen. Es ist ein schmaler Grat zwischen sinnvollen Verstärkungen und Panik-Einkäufen, denn die Zeit drängt. Zwar steht das Gerüst, aber mehr als ein Platz im Niemandsland der Tabelle wird nicht zu bewerkstelligen sein. Der HSV landet zwischen Rang zehn und 14.

Was sollten Fußballfans noch wissen?

Ob es für den Hamburger SV trotz aller widrigen Umstände in der Vorbereitung eine ordentliche Saison geben wird, könnte sich schon nach den ersten zwei Spieltagen abzeichnen. Zum Auftakt geht es gegen den Club aus Nürnberg, und schon am zweiten Spieltag reist der HSV zum großen Nordrivalen, dem SV Werder Bremen. Da brennt nicht nur der Osterdeich. Eine Mannschaft im Oberhaus des Frauenfußballs haben die Rothosen mittlerweile nicht mehr. Sie haben ihr Team aus der Bundesliga zurückgezogen und verzichten aufgrund finanzieller Gründe auch auf eine Teilnahme an Liga zwei.


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