Von Nils Reschke 0
The Special One

Die Zeit von Jose Mourinho bei Real Madrid scheint abgelaufen

In der Champions League ist der spanische Meister Real Madrid längst für das Achtelfinale qualifiziert und wird die Gruppe D hinter Borussia Dortmund auf Platz zwei abschließen. Insofern ist am Duell im Santiago Bernabeu gegen Ajax Amsterdam heute Abend wenig Interessantes und Spannendes zu finden.


Wären da nicht die Schlagzeilen um Jose Mourinho, dem extrovertierten Übungsleiter der Königlichen. Der besitzt zwar noch ein Vertragspapier bei Real bis ins Jahr 2016 – soll und will offenbar auch aber trotzdem im Sommer schon den Verein verlassen. Das jedenfalls berichtet Spaniens Sportzeitung Marca und titelt: „Der Zyklus Mou nimmt sein Ende“.

Was aber sagt eigentlich „The Special One“ selbst zu den Gerüchten? Er hält sich wortkarg, wie nicht selten zuvor, wolle „dieser Sache keine Nahrung geben“. Ein Dementi hört sich freilich anders an. Aber die Verantwortlichen bei Real Madrid scheinen längst die Nase voll zu haben von seinen Extravaganzen. Das fängt damit an, dass Jose Mourinho sich immer wieder mit den eigenen Spielern fetzt. Mit Abwehr-As Sergio Ramos liegt er nun schon recht lange im Dauer-Clinch, auch zwischen Mourinho und Top-Torwart Iker Casillas soll das Verhältnis alles andere als bestens sein. Dazu kommt noch, dass „The Special One“ von Alberto Toril, seines Zeichens Trainer der zweiten Mannschaft der Königlichen, keinerlei Rückendeckung erhoffen darf. Die beiden Übungsleiter gelten als verfeindet.

Und wie geht Mourinho um mit der steten Kritik? Der rief ausgerechnet vor dem Derby gegen Atletico Madrid zu einer Art „Volksabstimmung“ auf. Die Fans sollten entscheiden, wenn er den Rasen betritt. Ganz so wie im alten Rom: Daumen rauf, oder eben Daumen runter. Das Problem war nur: Jose Mourinho erschien das erste Mal schon 40 Minuten vor dem Anpfiff auf dem Rasen. Da hatten sich gerade einmal rund 3.000 Real-Fans im weiten Runde des Santiago Bernabeu versammelt. Er sei auf den Platz gegangen, weil er es vorzog, „vor dem Spiel ausgepfiffen zu werden“, meinte Mourinho hinterher provokant. Eine Rückkehr im Sommer zum FC Chelsea scheint mittlerweile längst nicht ausgeschlossen. Eine weitere Option ist sicherlich auch Paris St. Germain, wo Superstar Zlatan Ibrahimovic stürmt. Da würden dann zwei wirklich ganz spezielle Charaktere aufeinander treffen.


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