Von Stephanie Neuberger 0
Die Hoffnung stirbt zuletzt

Die größten Verlierer bei den Oscars

Jedes Jahr gehen zahlreiche Nominierte bei der Oscar-Verleihung leer aus. Als große Verlierer kann man aber nur die bezeichnen, die mit etlichen Nominierungen ins Rennen gehen, aber keine gewinnen.


Bei den Oscars gibt es jedes Jahr zahlreiche Filme, Schauspieler/-innen, Drehbuchautoren und Filmemacher, die leer ausgehen. Immerhin kann nur einer bzw. eine in jeder Kategorie gewinnen. Aber wenn man an so einem Abend keinen Preis bekommt, muss man sich nicht gleich als großen Verlierer sehen. Es gilt schon als Ehre nominiert zu sein. Sicherlich ist der Academy Award erstrebenswert und eine gewisse Enttäuschung darf der Nominierte beim Nichtgewinnen verspüren, aber eine Schande ist die Niederlage nicht.

Anders sieht es aus, wenn ein Film gleich mehrfach nominiert ist, aber keinen einzigen Oscar erhält. Dies sind dann die wirklichen Verlierer der Oscars. So erging es dem Klassiker „Die Farbe Lila“ aus dem Jahr 1985. Ein großartiger Film von Steven Spielberg, der auf dem gleichnamigen Roman von Alice Walker basiert. Whoopie Goldberg spielt in „Die Farbe Lila“ die Hauptrolle und war sogar für den Oscar nominiert. Gleich elfmal hätte der Film, seine Macher und Darsteller 1986 eine goldene Statue gewinnen können, aber kein einziges Oscar ging an diesen Film. Das darf man dann wohl großer Verlierer nennen. Mir bleibt es unverständlich, warum nicht ein Academy Award an „Die Farbe Lila“ ging. Ein wirklich tolles Drama, das mitreißend und gefühlvoll ist. Für mich ist es großes Kino und auch 26 Jahre nach seinem Erscheinen immer noch ein Muss. Allerdings muss an dieser Stelle gesagt werden, dass die Konkurrenz sehr groß war. Im selben Jahr ging ein weiterer Klassiker ins Rennen um den Oscar. „Jenseits von Afrika“ konnte sich in vielen Kategorien als Gewinner durchsetzen. Allerdings wurde die Hauptdarstellerin in „Jenseits von Afrika“ trotz Nominierung nicht ausgezeichnet. Und so Leid es mir tut und auch wenn es mir völlig missverständlich ist, ist diese Dame ein Pechvogel bei den Academy Awards. Die Rede ist von Meryl Streep.

Bei der diesjährigen Oscarverleihung ist Meryl Streep als „beste Hauptdarstellerin“ für ihre Rolle in „Die eiserne Lady“ nominiert. Es ist ihre 17. Nominierung! Erst zweimal hat die 62-jährige den Award bekommen. 1977 als „beste Nebendarstellerin“ und 1983 als „beste Hauptdarstellerin“ in „Sophies Entscheidung“. Ich hoffe sehr, dass es in diesem Jahr noch einmal heißt: „And the Oscar goes to Mery Streep“, da ich sie für die begabteste Schauspielerin unserer Zeit halte. Ähnlich ergeht es mir mit dem Mann, der bisher die meisten Nominierungen bei den Oscars erhalten hat- Jack Nicholson. Kaum ein Schauspieler ist so brillant, verrückt und herausragend wie der 74-jährige. Nicht nur seine Filme sind Kult, sondern auch der Schauspieler selbst. 12-mal war er für den Academy Award nominiert. Drei durfte er für seine Darbietungen mit nach Hause nehmen.

Auch wenn Meryl Streep und Jack Nicholson mit so vielen Nominierungen Rekordhalter sind, würde ich sie dennoch nicht als große Verlierer sehen. Vielmehr zeigt es, dass die beiden seit Jahrzehnten zu der Elite in Hollywood gehören und die besten der Branche sind.


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