Von Nils Reschke 0
Fußball-Bundesliga

Die Bayern siegen weiter, jubeln aber nicht mehr

Fünftes Spiel in der Rückrunde, fünfter Sieg, immer noch kein Gegentor: Auch die Wölfe präsentierten sich gegen den FC Bayern München zahnlos und konnten den Spitzenreiter der Bundesliga nicht stoppen.


Der FC Bayern München hat seine Siegesserie auch beim VfL Wolfsburg fortgesetzt. Zum Auftakt des 22. Spieltags in der Bundesliga gewann der deutsche Rekordmeister locker-flockig in Niedersachsen mit 2:0 (1:0) und feierte damit schon seinen fünften Sieg in Serie in der Rückrunde, ohne dabei auch nur ein einziges Gegentor zu kassieren. Die Dominanz der Bayern geht sogar schon so weit, dass sie sich über ihre Tore anscheinend gar nicht mehr richtig freuen können. Weder Torschütze Mario Mandzukic, noch Arjen Robben, der in der Nachspielzeit den Sack zugemacht hatte, jubelten nach ihren Treffern.

Seitdem Arjen Robben beim FC Bayern spielt, hat er in jeder Saison mindestens auch zwölf Tore erzielt. Doch in dieser Spielzeit ist alles anders. Der Niederländer fiel lange Zeit verletzt aus. Und jetzt, da er wieder fit ist, findet er sich häufiger als ihm lieb sein mag, auf der Ersatzbank wieder. Jupp Heynckes hat eben ein ganzes Füllhorn an Stars zur Verfügung. Da ist selbst ein Arjen Robben nur ein Star von vielen. Immerhin ist jetzt der Bann gebrochen, und Robben traf zum ersten Mal in dieser Saison für die Bayern in der Bundesliga. Aber großer Jubel sieht anders auch. „Ich bin froh, dass wir gewonnen haben, aber das war wieder nur ein Kurzeinsatz“, erklärte der Holländer nachher. „Ich will einfach wieder mehr spielen. Ich will Spaß haben, ich will Fußball spielen. Deswegen bin ich nicht so froh.“

Die 1:0-Führung hatte nach einer guten halben Stunde Mario Mandzukic erzielt. Der hatte dieses Mal wieder den Vorzug vor Mario Gomez erhalten, der noch gegen den FC Schalke in der Startformation gestanden hatte – und ebenso getroffen hatte. Mit einem „halben“ Fallrückzieher aus der Drehung hatte Mandzukic artistisch vollstreckt. Und als die Kollegen zum Jubeln herbeieilten, wehrte er alle Gratulanten fast schon ab. Grund: Mario Mandzukic hatte bis zum vergangenen Sommer selbst für die Wölfe gespielt, in 56 Ligaspielen 20 Tore erzielt und 13 weitere vorbereitet. Er wusste, wo er seinen Durchbruch geschafft hat und wollte den VfL nicht mit übertriebenen Jubelarien verhöhnen.


Teilen:
Geh auf die Seite von: