Von Kati Pierson 1
Interview - Teil 1

Die Amigos: "Man muss immer vernünftig bleiben"

Bei "Immer wieder sonntags" erhielten Die Amigos - das sind Karl-Heinz und Bernd Ulrich - für ihr neustes Album "Bis ans Ende der Zeit" die Goldene Schallplatte für Österreich und Deutschland. Wir hatten das Duo kurz vor der Verleihung vor unserem Diktiergerät. Was sie uns verraten haben, präsentieren wir Euch heute in zwei Teilen.


Promipool: Die Amigos wurden 1970 gegründet, bis 2006 zu Achims Hitparade hatten Sie einen mäßigen Erfolg und danach ging’s extrem Berg auf. Wie war das?

Bernd Ulrich: "Na, mäßigen Erfolg wollen wir das noch nicht mal nennen. Wir waren zufrieden mit dem, was wir bis dahin erreicht haben mit unserer Musik. Wir haben in einer Garage angefangen und haben unseren Job und unsere Musik gemacht. Wir waren also vollkommen zufrieden mit unserem Leben. Wie das dann natürlich 2006 kam, ich denke da träumt jeder Musiker davon. Wenn er mehr erreichen kann mit seiner Musik – mit seiner eigenen Musik, dann tut er das natürlich. Wir haben uns dann 2006 überlegt, ob wir den Schritt machen. In dem Alter - in dem wir ja schon war’n wohlgemerkt. Wir haben uns gesagt: Wenn wir es jetzt nicht machen, wann dann? Wir haben eben diese Hitparade gewonnen. Erst Musikantenkönig, dann Musikantenkaiser und dann ging’s los. Und dann kam von uns zwei die Überlegung: Was  machen wir? Wir haben uns dann entschieden, das einfach zu wagen. Aber immer mit dem Rückhalt durch unsere Arbeitgeber. Wenn irgendwas in die Hose geht, das wir wieder zurück können. Das war für uns eine gewisse Absicherung. Da haben wir gesagt: Okay - machen wir!"

Promipool: Das war ja nicht, dass Sie da langsam reingewachsen sind! Der Erfolg war ja auf Schlag da! Wir war das als der Erfolg dann plötzlich kam?

Karl-Heinz Ulrich: (Lacht) "Ja, das ging wirklich mit einem Schlag los. Dann hatten wir die Angebote sofort von verschiedenen Plattenfirmen und haben dann unsere Plattenfirma ausgewählt. Eigentlich – die wo wir gedacht hatten, dass das die Kleinste war. Das war MCP! Wir hatten aber auch Angebote von Koch-Records, von EMI usw. Wir haben uns aber dafür entschieden. Im Nachhinein hat uns das alles Recht gegeben. Dass das natürlich Knall auf Schlag ging – das wir im ersten Jahr schon eine Million CDs verkauft haben - das war unglaublich. Da hat sich jeder gewundert in der ganzen Branche. Sogar Beierlein, der hat gesagt: 'Das passiert alle 100 Jahre einmal, was Euch passiert.' Jetzt sind wir mittlerweile bei über vier Millionen CDs, und das in fünf Jahren. Aber man muss immer vernünftig bleiben und ruhig. Wir werden dadurch nicht abheben. Wir werden so bleiben wie wir sind. Das macht auch wahrscheinlich unseren Erfolg momentan aus, dass wir beim Publikum einfach ankommen. Die nehmen uns ab, was wir auf der Bühne singen. Das ist auch so gemeint. Wir sind so eingestellt. Wir haben auch früher schon solche Lieder gemacht. Das Publikum merkt also, dass wir es ehrlich meinen. Deswegen bleiben wir ganz ruhig."

Promipool: Der Erfolg ist ja jetzt da. Das heißt, es kommen Fans und Sie werden auf der Straße erkannt. Wie geht man damit um?

Bernd Ulrich: "Das ist ja schön. Wenn wir Konzerte geben und gehen da durch die Stadt - wenn wir eine Stunde Zeit haben - und die Leute erkennen uns, dann ist es doch verdammt noch mal unsere Pflicht, den Leuten Rede und Antwort zu stehen. Das Publikum hat uns groß gemacht. Das Publikum hat hinter uns gestanden. Radio und Fernsehen haben am Anfang gesagt: 'Amigos? - Wer ist das?' Die konnten mit uns überhaupt nichts anfangen. Es ist ja auch heute noch so, dass einige Radiosender diese Musik überhaupt nicht spielen. Aber unser Publikum hat uns nie im Stich gelassen. Wir Amigos, wir werden das nie vergessen. Wir werden gefälligst stehen bleiben, wenn uns einer fragt. Das ist verdammt noch mal unsere Pflicht, den Leuten dann ein Autogramm zu geben. Wenn sie ein Foto machen wollen, dann tun wir das. Weil wir das nie vergessen, was die Menschen für uns getan haben. So hinter uns stehen."

Promipool: Sie versuchen Sie mit ihren Texten direkt am Publikum zu bleiben, woher kommen die ganzen Ideen?

Karl-Heinz Ulrich: "Die haben wir schon immer gehabt - die Ideen. Die sind einfach da, weil wir das Gefühl dafür haben. Wir sind so erzogen worden. Wir sind in keiner reichen Familie groß geworden. Wir hatten ein anständiges Elternhaus, aber das war alles ein bisschen anders als vielleicht heute die Jugend. Die haben Handys und die haben Geld und was weiß ich was. Wir sind einfach so erzogen worden, dass wir einfach auf dem Boden bleiben müssen."

Teil 1:  "Man muss immer vernünftig bleiben"

Teil 2:  Über das neue Album "Bis ans Ende der Zeit"


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