Von Mark Read 0
Im Promipool-Check

Die Ärzte haben "auch" auf Album Nummer 12 noch einiges zu sagen

Die Ärzte melden sich zurück! Nach über vier Jahren Pause erscheint am 13. April endlich mit "auch" wieder ein neues Album von Deutschlands intelligentester und unterhaltsamster Rockband. Auch auf dem zwölften Album zeigt das Berliner Triumvirat wieder, warum es auch nach 30 Jahren Bangeschichte der Konkurrenz immer noch überlegen ist.


Sie zählen seit 30 Jahren zu den beliebtesten Bands Deutschlands. Und auch auf ihrem zwölften Studioalbum zeigen Die Ärzte wieder, was sie so besonders macht. Es ist die Mischung aus Blödelhumor, feiner Ironie, ein bisschen sarkastisch verpackter Gesellschaftskritik und ernsten Tönen, die auf erfrischend vielfältige Rockmusik trifft. Wo die ewigen Rivalen von den Toten Hosen ihren Musikstil über die Jahre kaum verändert haben, hatten die Ärzte stets Mut zum Experimentieren. Von Punkrock bis zu Jazz haben sie so ziemlich jedes Feld schon abgeackert, und genau das tun sie natürlich wieder auf "auch", dem neuen Album, das am 13. April erscheint.

Die Ärzte, das sind seit knapp 20 Jahren BelaFarinRod, genauer gesagt Bela B., Farin Urlaub und Rodrigo "Rod" Gonzalez. Als Farin und Bela 1993 beschlossen, die Band nach fünfjähriger Pause und einem eigentlich endgültigen Abschied wiederzubeleben, holten sie den gebürtigen Chilenen Gonzalez ins Boot, der seitdem ein nicht mehr wegzudenkender Teil der Band ist. Im Laufe der Jahre mutierte Rod immer mehr zum gleichberechtigten Songschreiber und Sänger. Auf "auch" stammen einige der besten Lieder von ihm, zum Beispiel "Sohn der Leere" oder "Tamagotchi". Doch Fans der Ärzte werden sich freuen, dass Farin Urlaub immer noch knackige Punkrocknummern schreibt, und dass Bela B.s unverwechselbar tiefe Stimme bei großartigen Liedern wie "Bettmagnet" oder "Miststück" brummt wie eh und je.

Ja, "auch" ist ein sehr gutes Album geworden, möglicherweise ein besseres als der Vorgänger "Jazz ist anders", bei dem den Ärzten zuweilen die letzte Motivation zu fehlen schien. Es ist dank der drei eigenständigen Komponisten hinter den Liedern wieder einmal breit gefächert, doch trotzdem in sich stimmig. Und vor allem ist es beste Unterhaltung, und das ist es doch, was die Ärzte ausmacht. "Es gibt besseres zu tun, als die die Ärzte zu hören", singt Bela zwar in der Vorabsingle "ZeiDverschwÄndung", die noch zu den weniger aufregenden Stücken auf dem Album zählt. Doch wenn man "auch" anhört, beschleicht einen wieder einmal dieses Gefühl, das man bei allen Alben seit "Die Bestie in Menschengestalt" (1993) nur zu gut kennt: Eigentlich gibt es nichts besseres zu tun, als die Ärzte zu hören.

Die echten Namen von Farin Urlaub und Co.

Bereits vor einigen Monaten kündigte die Band an, dass sie nach der Tour zum neuen Album eine lange Pause einlegen wird. Falls die Gerüchte stimmen und die Ärzte nie mehr aus dieser Pause zurückkehren, so ist "auch" ein mehr als würdiger Abschied geworden. Fans der Ärzte können bedenkenlos zugreifen, jeder Freund intelligenter deutschsprachiger Rockmusik sollte es ebenfalls.


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