Von Mark Read 0
0:4 gegen Viertligist

DFB-Pokal: Tim Wiese und Hoffenheim blamieren sich auf die Knochen

Au weia! Traditionell erwischt es in der ersten Runde des DFB-Pokals ja immer ein paar "Große" im Duell gegen die "Kleinen". Doch selten wurde ein Bundesligist derart vorgeführt wie gestern 1899 Hoffenheim in der Partie beim Viertligisten Berliner AK.


Egal, wie cool die Profis der Bundesliga-Vereine auch immer tun, wenn sie zu den Spielen der ersten DFB-Pokalrunde in die Provinz reisen: Nervös sind sie ganz sicher. Denn es gibt wenig schlimmeres für einen gestandenen Fußball-Profi, als gegen Amateure, die oft nicht mal einen Bruchteil ihres Gehaltes kassieren, auszuscheiden. Und doch erwischt es jedes Jahr wieder einen "Großen" im Duell gegen die "Kleinen".

Das gestrige Ausscheiden von 1899 Hoffenheim beim Viertligisten Berliner AK hatte jedoch eine ganz neue Qualität. Denn der Bundesligist flog nicht durch ein knappes 0:1 aus dem Wettbewerb, wie einst der große FC Bayern München gegen die TSV Vestenbergsgreuth. Nein, Hoffenheim wurde nach allen Regeln der Kunst vorgeführt und mit sage und schreibe 0:4 nach Hause geschickt. Bereits zur Pause führte der Regionalligist mit 3:0 - und das hochverdient.

Erschreckend schwach und leblos präsentierten sich die Hoffenheimer um ihren Top-Neuzugang Tim Wiese gegen die wie aufgedreht spielenden Berliner. Bereits nach drei Minuten traf Cakmak mit schönem Lupfer zur Führung. Keeper Wiese sah auch bei den folgenden Gegentoren durch Gelach (31.) und Kruschke (40.) nicht gut aus, verhinderte aber bis zur Pause sogar noch weitere Gegentore. Gegenwehr bei Hoffenheim? Fehlanzeige.

Trainer Markus Babbel, verständlicherweise stocksauer, verzichtete auf eine Halbzeitansprache, sondern ließ seine Profis in der Kabine alleine die Fehler analysieren. Wer nun allerdings mit einem Aufbäumen des Bundesligisten gerechnet hatte, sah sich getäuscht. Bereits vier Minuten nach Wiederanpfiff machte der überragende Cakmak mit seinem zweiten Treffer den Deckel drauf. 4:0 - die historische Pokalklatsche war perfekt!

Während die knapp 2000 Fans im Poststadion völlig aus dem Häuschen waren, schlichen die hochbezahlten Hoffeheim-Profis geschockt vom Platz. Trainer Babbel: „Ich bin fassungslos, sprachlos. Man kann im Pokal ausscheiden, aber die Art und Weise ist erschreckend. Wir hätten sogar noch mehr Tore kassieren können.“

Bei Hoffenheim lautet das Saisonziel ja bekanntlich: Internationales Geschäft. Eine Chance auf die Europa-League-Teilnahme wurde gestern leichtfertig verschenkt.


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