Von Nils Reschke 0
Viel Pech fürs DFB-Team

Deutschland verliert sein Testspiel gegen Argentinien mit 1:3

Mats Hummels verletzt raus, Ron-Robert Zieler mit der Roten Karte des Feldes verwiesen, Unglücksrabe Sami Khedira, dem ein Eigentor unterlief: Die 1:3-Niederlage der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen Argentinien schrieb viele Geschichten. Leider weniger die schönen und erfolgreichen. Irgendwie lief alles schief.


Das hatte sich die deutsche Nationalmannschaft sicherlich ganz anders gedacht. Um es vorweg zu nehmen: So schlecht, wie der 1:3-Endstand vermuten lässt, war das Testspiel gegen Argentinien gewiss nicht. Doch für das Team von Bundestrainer Joachim Löw ging so ziemlich alles daneben, was eben nur schief laufen konnte am Mittwochabend in der Commerzbank-Arena in Frankfurt. Die Fans blieben dennoch geduldig, feuerten die eigenen Kicker an – es sollte nicht reichen. Argentinien, das lange Zeit in Überzahl spielte, nutzte diese numerische Überlegenheit am Ende doch sehr souverän aus. Den Gauchos gelang somit erfolgreich eine Revanche für die schlimme 0:4-Packung, die die Südamerikaner bei der WM 2010 in Südafrika von den Deutschen kassiert hatte.

Fangen wir doch einmal ganz hinten an in der ersten Hälfte. Es lief bereits die Nachspielzeit, als Angel di Maria noch einmal einen Eckball zugesprochen bekam. Der Spieler von Real Madrid zirkelte das Leder vors Tor, genau auf den Kopf von Kollege Sami Khedira. Und der deutsche Nationalspieler war davon so überrascht, zumal Sosa seinen Schädel noch im letzten Moment doch nicht hinhielt, dass der Ball letztendlich mehr als unglücklich zum 0:1 über die Linie trudelte. Keine Chance für Keeper Marc-Andre ter Stegen. Ter Stegen? Ja, die Nummer eins von Borussia Mönchengladbach stand zu diesem Zeitpunkt bereits zwischen den Pfosten. Denn Hannovers Ron-Robert Zieler war nach einer knappen halben Stunde gegen Sosa zu spät gekommen, holte den Argentinier von den Beinen, sah dafür folgerichtig die Rote Karte – und zu allem Überfluss bekamen die Gauchos auch noch einen Strafstoß zugesprochen. Den lässigen Schuss von Supertsar Lionel Messi parierte Marc-Andre ter Stegen dann und bewahrte sein Team da noch vor einem Rückstand (27.).

Wo war eigentlich Messi? Lange Zeit war vom Jahrhundertkicker vom FC Barcelona wenig zu sehen, im zweiten Abschnitt aber wurde der „Zauberfloh“ dann immer besser. Fünf Minuten waren in der zweiten Hälfte erst verstrichen, als Lionel Messi aus 14 Metern Maß nahm und zum 2:0 vollstreckte. Fehlstart für das dezimierte DFB-Team, das sich weiter redlich mühte, meist aber glücklos blieb. In Minute 73 ließ dann auch Angel di Maria mit einem fulminanten Schuss ter Stegen keine Abwehrmöglichkeit, und nur drei Minuten später hätte Argentinien das 0:4 bei der WM 2014 um ein Haar komplett egalisiert. Aber dieses Mal zielte Lionel Messi zu genau, traf nur den Pfosten. Es wäre wohl auch etwas zu viel des Guten gewesen. Also gehörte die letzte Aktion dann doch der Mannschaft von Joachim Löw, bei der mittlerweile auch Mario Götze auf dem Feld stand. Der Dortmunder flankte von der rechten Seite perfekt auf den Schalker Benedikt Höwedes, der per Flugkopfball sehenswert zum 1:3-Endstand einnetzte (82.).

Festgehalten werden muss natürlich: Es war nicht die einzige Möglichkeit, die die deutsche Nationalmannschaft hatte. Vor allem im ersten Abschnitt und hier besonders in der Anfangsphase war das DFB-Team dem 1:0 weitaus näher, als die Argentinier ihrer eigenen Führung. Mesut Özil schloss in der elften Minute nicht konsequent genug ab, bei Thomas Müllers vielversprechenden Schuss stand Özil dann selbst im Weg (19.) – und in Unterzahl hätte es in der 41. Minute dann eigentlich rappeln müssen. Nach einer Kombination über Marco Reus und Marcel Schmelzer kam der finale Pass auf Miroslav Klose allerdings nicht exakt genug, so dass der Stürmer von Lazio Rom einen halben Schritt zu spät dran war. Es passte nicht nur ins Bild, dass die deutsche Mannschaft kurz darauf den Rückstand kassierte. Innenverteidiger Mats Hummels stand da auch schon nicht mehr auf dem Platz. Er war in der 13. Minute schon mit Higuain zusammengerasselt und musste kurz darauf dann benommen ausgewechselt werden. Auch das war symptomatisch für ein Testspiel, in dem eben so einiges schief ging.


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