Von Nils Reschke 0
WM-Qualifikation

Deutschland spendiert Irland ein Sixpack in Dublin

Was war im Vorfeld nicht alles diskutiert worden rund um die Nationalmannschaft. Uli Hoeneß gegen alle, Oliver Bierhoff gegen Uli Hoeneß, Joachim Löw mit deftiger Kritik an Marcel Schmelzer. Da stellte sich die Frage, ob es nicht weitaus wichtigere Dinge gab?


Ja, die gab es! Zum Beispiel das Qualifikationsspiel der DFB-Elf in Dublin gegen Irland. Hier ging es schließlich u drei weitere wichtige Punkte auf dem Weg zur Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien. Und Deutschland löste diese Aufgabe gegen vermeintlich kampfstarke Iren, deren Gegenwind sich eher auf ein laues Lüftchen beschränkte, mehr als souverän. 6:1 gewann die Mannschaft von Joachim Löw nach 90 Minuten und setzte damit ein dickes Ausrufezeichen an die Konkurrenz.

Gegner Irland präsentierte sich nur in der ersten halben Stunde als halbwegs adäquater Kontrahent. Da stand die deutsche Hintermannschaft nicht immer souverän. Als Marco Reus dann in den Strafraum eindrang und mit einer völlig unberechtigten Gelben Karten wegen einer vermeintlichen Schwalbe vom italienischen Schiedsrichter Nicola Rizzoli verwarnt wurde, war das so etwas wie der Startschuss für das DFB-Team, das nun einen Gang höher schaltete. Allen voran Marco Reus, der diese Ungerechtigkeit offenbar so nicht auf sich sitzen lassen wollte. Marcel Schmelzer, der nach aller Kritik dieses Mal als Linksverteidiger zu den besten deutschen Akteuren zählte, zog in die Mitte, bediente mustergültig Reus, der wiederum das Leder unter die Latte jagte. Eine Dortmunder Co-Produktion, die sich da in der 32. Minute durchaus sehen lassen konnte. Nur acht Minuten später nahm sich der Dortmunder Flügelflitzer wiederum ein Herz. Ein schneller Antritt reichte, um mit einem platzierten Schuss Irlands Keeper Keiren Westwood keine Chance zur Abwehr ließ (40.). So ging es mit einem beruhigenden 2:0 in die Pause.

Wer nach dem Seitenwechsel gedacht hatte, diese Partie in der Gruppe C der WM-Qualifikation sei an Einseitigkeit nicht mehr zu überbieten, der wurde von der deutschen Nationalmannschaft eines Besseren belehrt. Die DFB-Kicker agierten nun nämlich noch dominanter, als sie es schon im ersten Abschnitt getan hatten. Einen Schreckmoment musste Deutschland zunächst überstehen, als Cox aus spitzem Winkel Manuel Neuer prüfte, der im letzten Moment mit einer Fußabwehr aufmerksam zur Stelle war. Als Andrews dann allerdings in der 54. Minute bei einer Grätsche gegen Miroslav Klose keine Gnade kannte, der Schiedsrichter völlig richtig auf den Elfmeterpunkt zeigte und Mesut Özil sicher zum 3:0 verwandelte, war die Gegenwehr Irland gebrochen. Die Boys in Green – so hatte es den Anschein – ergaben sich jetzt förmlich in ihrem Schicksal.

Nur drei Minuten später durfte auch Miroslav Klose ran, der nach einem wirklich tollen Pass von Bastian Schweinsteiger zwar von Torwart Westwood abgedrängt wurde, was den deutschen Goalgetter aber nicht daran hinderte, aus spitzem Winkel zum 4:0 einzuschießen (58.). Und wieder nur drei Minuten später nahm die Blamage der Iren ihren Lauf, weil der eingewechselte Toni Kroos Maß genommen hatte und sein toller Schuss unhaltbar zum 5:0 einschlug. Kroos war es auch, der das halbe Dutzend dann mit einem weiteren platzierten Schuss zum 6:0 in der 83. Minute perfekt machte. Zuvor hatte die deutsche Elf das Tempo merklich aus dem Spiel genommen und mit vielen Ballstaffetten die Partie dennoch komplett dominiert.

Der einzige deutsche Akteur, der sich am Ende nach einseitigen 90 Minuten doch ärgern musste, hieß Manuel Neuer. Der hatte in der Nachspielzeit zwar glänzend gegen Irlands Joker Andrew Keogh geklärt. Doch die anschließende Ecke netzte Keogh dann doch noch zum 1:6-Endstand ein. Ein Gegentreffer, der den Torwart von Bayern München sicherlich wurmte. Dass Deutschland nun mit neun Punkten und drei Siegen zum Start in der Gruppe C der WM-Qualifikation ganz vorne steht, konnte dieses irische Tor aber natürlich nicht verhindern. Am Dienstag schon geht es für die deutsche Elf weiter in der Quali. Im Berliner Olympiastadion gastiert dann der wohl schwerste Gruppengegner. Schweden gibt sich ab 20.45 Uhr die Ehre. Das wird sicherlich ein härterer Brocken als es die Iren waren, denen allerdings auch sechs Stammspieler gefehlt hatten.


Teilen:
Geh auf die Seite von: