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Neue Reihe

Designer of the Week: Maison Martin Margiela

Wer steckt hinter den wunderschönen Klamotten? Wer hat die Ideen für die abgefahrensten Stoffkonstruktionen? Meist kennt man gar nicht die kreativen Köpfe hinter den eleganten Modehäusern! Wir möchten euch aufklären und euch zeigen, wer die brillanten Menschen hinter unsere Mode sind.


Außer bunte Kanarienvögel wie Marc Jacobs oder John Galliano, wenn sie mal wieder durchsichtige Spitzenkleider anziehen oder sich von Dior trennen müssen. Aber die übrigen brillanten Designer hat man noch nie gesehen, geschweige denn dass man ihre komplizierten Namen aussprechen kann:

Martin Margiela. Ein belgischer Modedesigner, der berühmt ist für seine unglaublich avantgardistische Mode und seinen cleanen Chic. Mit seinen Kollektionen verzauberte er seit 1988 die Welt der Mode, als er das Modehaus Maison Martin Margiela in Paris gründete. Martin Margiela gilt als Modernist, welcher aus Altem Neues produziert und zwar mit solcher Prägnanz, dass der Produktionscharakter der einzelnen Teile hervorsticht! Er stülpt sozusagen, das Unschöne, was vorher unsichtbar, ja versteckt im Inneren der Stücke war, in den Mittelpunkt des Designs. Die Nähte werden aufgetrennt, wieder neu zusammen genäht und nach außen gewendet. So wird die Vorgehensweise der Designer, ihr handwerkliches Geschick in den Vordergrund gestellt und das gesamte Bild der Kollektion bekommt ein ganz anderes, industrielleres Gesicht.

Ganz nach dem Motto, nur das Werk zählt und hat die Aufmerksamkeit der Betrachter verdient, verhüllt Martin Margiela die Gesichter der Models mit Schleiern, den eigenen Haaren oder verbrecherischen Strumpfmasken.

Ihr könnt den großen Designer auch schwerlich kennen, denn der Belgier war dafür bekannt, keine öffentlichen Interviews zu geben oder sich fotografieren zu lassen. Zugestimmte Interviews führte der Designer per Faxgerät. Auch bei seinen eigenen Modeschauen präsentierte er sich nicht, wie es normalerwiese Usus ist, auf dem Laufsteg. Die New York Times nannte ihn sogar „Fashion’s Invisible Man“. Alles bei Margiela schrie: weg vom Erschaffer – hin zu dem Geschaffenen. Die Mode soll allein für sich sprechen.

2009 verließ er sein eigenes Modehaus, denn während sein Unternehmen seit 2002 im Besitz der italienischen DIESEL-Gruppe ist, wurde die Zusammenarbeit zunehmend schwerer. Denn der öffentlichkeitsscheue Designer mit seinem Hang zur Versteckspielerei, der schon soweit ging, dass die Adresse der neuen Boutique gar nicht veröffentlich wurde und der Kund dazu aufgefordert wurde, sich ein wenig anzustrengen, konnte verständlicherweise nichts mit der eher Konsum orientierten Einstellung der italienischen DIESEL-Gruppe anfangen. Da steht wohl eher Massenproduktion und weltweite Werbung dahinter.


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