Von Nils Reschke 0
Bundesliga Teamcheck

Der VfB Stuttgart greift wieder im oberen Drittel an.

Am 24. August ist es soweit: Dann eröffnete der amtierende Deutsche Meister Borussia Dortmund die neue Fußball-Saison 2012/13 gegen Werder Bremen. Es ist eine ganz besondere Spielzeit, denn die Bundesliga geht in ihre 50. Spielzeit. Grund genug für Promipool.de, die 18 Vereine im großen Promipool Bundesliga Teamcheck genauer unter die Lupe zu nehmen. Heute: die Schwaben vom VfB Stuttgart.


Bruno Labbadia, der Übungsleiter beim VfB Stuttgart scheint großes Vertrauen in die Stärken seiner Mannschaft zu haben. Denn anders als bei vielen anderen Bundesligisten hielten sich die Schwaben auf dem Transfermarkt vornehm zurück. Einen Vorteil hat das natürlich auch: Stuttgart wird gut eingespielt in die neue Saison gehen. Das könnte helfen, um die ambitionierten Ziele auch 2012/13 in die Tat umzusetzen. Erst recht dann, wenn der VfB eine ähnlich gute Hinrunde spielt wie er es in der zweiten Saisonhälfte 2011/12 tat.

Welche Akteure haben den Verein verlassen?

Der größte Verlust für den VfB Stuttgart dürfte der von Julian Schieber sein. Meister Borussia Dortmund hatte seine Angeln ausgeworfen, Schieber biss an und wechselte für rund 5,5 Millionen Euro zum amtierenden deutschen Champion. Da die Schwaben allerdings bereits im Winter 2012 Vedad Ibisevic als zusätzlichen Mittelstürmer aus Hoffenheim holten, ist der Transfer zu verkraften, zumal ja auch noch Cacau da ist. Mit Timo Gebhart verließ den VfB eine weitere Offensivkraft Richtung Nürnberg. In der Abwehr müssen die Schwaben künftig auf Khalid Boulahrouz, der zu Sporting Lissabon ging, sowie auf Matthieu Delpierre verzichten. Letzterer schloss sich der TSG 1899 Hoffenheim an. Außerdem wechselte Rechtsverteidiger Stefano Celozzi zur Frankfurter Eintracht.

Welche Spieler sind neu im Kader oder sollen noch kommen?

Trainer Bruno Labbadia scheint seinen idealen Kader schon im vergangenen Jahr gefunden zu haben, denn die Liste der Neuzugänge ist auffällig kurz. Einmal abgesehen von Andre Weis, Antonio Rüdiger, Raphael Holzhauser und Kevin Stöger, die allesamt aus der zweiten Mannschaft der Schwaben kommen und es nun bei den Profis versuchen wollen, gab es nur zwei weitere Neuverpflichtungen. Tim Hoogland wurde als rechter Verteidiger vom Ligakonkurrenten FC Schalke ausgeliehen. Weiter vorne auf der rechten Seite spielt als Rechtsaußen Tonay Torun, der von Absteiger Hertha BSC kam. Das war es aber auch schon mit den „echten“ Neuzugängen. Gut möglich also, dass die Schwaben noch weiter Ausschau halten nach weiteren Verstärkungen, wenn diese Sinn machen. Etwas Geld sollte jedenfalls dank des Schieber-Transfers noch vorhanden sein.

Wie lief es im letzten Jahr und welches Saisonziel ist dieses Mal realistisch?

In der ersten Saisonhälfte 2011/12 spielten die Schwaben noch wenig spektakulär, meist durchwachsen. Furios starteten sie dann aber nach dem Jahreswechsel durch. Hinter Meister Borussia Dortmund, der mit 47 Punkten in der Rückserie nicht aufzuhalten war, und hinter den Bayern, die immerhin 36 Punkte einheimsten, rangiert schon der VfB Stuttgart mit 31 Punkten auf Platz drei der Rückrundentabelle. Die Stuttgarter standen auf einmal für besonders attraktiven Fußball. Wer erinnert sich nicht an das sensationelle 4:4 bei Borussia Dortmund, dem wohl besten Match der Saison 2011/12? Genau da will Bruno Labbadia natürlich auch in der neuen Saison mit seiner Mannschaft anknüpfen. Rang fünf bis sieben in der Abschlusstabelle ist ein realistisches Ziel. Sollten sich die Schwaben noch ein wenig konstanter präsentieren, könnten sie unter Umständen sogar an Platz vier und der Champions League schnuppern.

Was sollten Fußballfans noch wissen?

Ein Besuch eines Spiels mit Stuttgarter Beteiligung könnte sich durchaus lohnen, denn 2012 fielen im Schnitt fast vier Treffer immer dann, wenn auch der VfB mit am Ball war. Darüber hinaus war Martin Harnik mit 17 Toren zudem der gefährlichste Torjäger der Liga aus dem Mittelfeld. Nur zu sicher sollten sich gegnerische Fans bei einer Führung nicht sein. Zehn Mal, als der VfB nämlich 0:1 hinten lag, reichte es am Ende noch zu vier Siegen und sechs Unentschieden. Die Stuttgarter waren in der abgelaufenen Spielzeit somit das Team mit dem größten Kämpferherz.


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