Von Mark Read 0

Der Schock: 19 Tote und 342 Verletzte auf der Loveparade


Es sollte ein Fest der Liebe und Freude werden. Eine Riesen-Party unter dem Motto: Kunst der Liebe. Doch aus „Loveparade“, wurde die „Deathparade“. Eine Bilanz, wie sie niemand selbst im schlimmsten Traum erwartet hätte. Es war grausam, erschreckend und der reine Horror. Es war ein Bild wie in Kriegszeiten. Überall im Bereich des „Todes-Tunnels“ lagen Leichen, Schwerverletzte und Bewusstlose. Wer zu Boden fiel, kam nicht mehr hoch und wurde rücksichtslos überrannt. Für viele sollt es die „Party ihres Lebens“ werden. Doch für 19 Menschen im Alter von 20-40 wurde es die letzt die sie erleben sollten. Doch wie kam es zu diesem Unglück? Nachdem letztes Jahr Bonn als Austragungsort abgesagt hatte, wegen nicht zu gewährleistender Sicherheit, war nun Duisburg Kandidat für die Loveparade 2010. Seit über einem Jahr planten Feuerwehr, Polizei und Veranstalter die Party bis aufs kleinste um auch im „worst case“ (schlimmsten Fall), die vollkommene Sicherheit zu gewährleisten.

Quelle: http://static.rp-online.de

Stattgefunden hat die Loveparade auf dem alten Güterbahnhof Duisburg. Doch eines wurde nicht beachtet, der Zugang zum Partygelände war zu schmal. Aus dem Tunnel zur Party wurde der „Todes-Tunnel“. Geplant war es eigentlich so, dass über 2 Tunnel, die zu einem Tunnel werden, die raver zum Partygelände gelangen. Was man jedoch nicht beachtete war, dass wenn sich 2 Tunnel treffen und zu einem werden, dieser eine auch größer sein muss als die anderen beiden. Dies war jedoch nicht der Fall. Denn der Zugangstunnel, war ebenso groß wie einer der anderen beiden. Die Folge war ein Stau. Zudem wurden die Raver nicht schnell genug auf das große Feld gelassen. Dadurch rückten mehr Menschen von hinten nach, als vorne durchgelassen wurden. Durch den enormen Druck der von hinten anstürmenden Partygäste, wurden weiter vorne stehende einfach zusammengedrückt. Genau in diesem Moment brach die Panik aus. Als die vorne stehenden nicht weiter konnten und eingeengt wurden, wollten sie einfach nur noch fliehen. Eine kleine schmale Treppe wurde somit zum Ziel vieler in Panik verfallen Raver. Alle wollten zu dieser Treppe. Dass sie dabei aber am Boden liegende Menschen einfach überrannten, hinderte sie nicht weiterzudrängen. Bis zum erbarmen kämpfte sich jeder von ihnen den Weg ins freie. Es herrschte das Gesetz des Stärkeren. Nur wer stark genug war schaffte es bis zu Treppe. Um dort hinzukommen war den meisten jedes Mittel recht. Wer im Weg stand wurde einfach umgehauen, geschlagen oder niedergedrückt. Allein an der Treppe starben 14 Menschen, weil sie einfach totgetreten wurden. Mehrere hundert Menschen rannten einfach über sie drüberweg. Ohne Rücksicht. Ohne Mitgefühl. Andere versuchten sich mit Kabeln an den Wänden hochzuziehen.

Quelle: http://www.derwesten.de

An den glatten Betonwänden war dies jedoch chancenlos. Raver die von hinten drängten, wussten nicht was sich vorne für ein Horrorszenario abspielte und drängten immer weiter. Während unten am „Todes-Tunnel“ schon Leichen lagen und Mensche mit Knochenbrüchen um Hilfe schreien, hörte man vom Party-Gelände weiterhin Techno-Musik und „Seit ihr gut drauf?“ von des DJ´s. Und sie wussten bereits was passiert ist. Doch vom Veranstalter war es genauso geplant. Die DJ´s und Bühnenakteure sollten, auch im Falle eines Debakels, weiterhin „Stimmung“ machen, um noch mehr Panik zu vermeiden. Polizei und Einsatzkräfte versuchten an den Unglücksort heranzukommen, schafften es aber nicht. Doch wie konnte man sich so verschätzen? Laut Bild.de, war das Partygelände nur für 250.000 Raver zugelassen. Angemeldet waren jedoch 500.000. Tatsächlich kamen sogar 1,4 Millionen Menschen. Selbst viel besser organisiertem Zutritt zum Gelände, hätte dessen Größe bei weitem nicht ausgereicht. Wie kann so etwas nach einem Jahr Planung passieren? Fakt ist, dieses Sicherheitskonzept, welches von den Veranstaltern vorher als gut befunden wurde, versagte zu 100%. Nicht im Geringsten konnte es helfen. Es hat sogar noch alles verschlimmert. Denn es wurden zu wenige Menschen auf das Areal gelassen um den Haupttunnel zu entlasten.

Quelle: http://www.fastflip.de

Die Folge war erschütternd. 19 Tote, darunter 11 Frauen und 8 Männer. 342 Verletzte, größtenteils schwerverletzt. Knochenbrüche, Platzwunden, Schürfwunden und Prellungen. Überlebende haben teilweise Schocks und sind noch immer Krankenhäusern rund um Duisburg verteilt, weil das Duisburger Krankenhaus allein nicht genug Kapazitäten aufweisen konnte. Mit einer solchen Menge an verletzten hat einfach niemand gerechnet. Der Veranstalter sagte auf der folgenden Pressekonferenz, dass es keine weitere Loveparade mehr geben wird. Nie wieder. Auch Duisburg wird mit den Folgen zu kämpfen haben. Die Loveparade sollte das trübe und graue Duisburg ein wenig mit Freude erhellen und für viele Menschen attraktiver machen. Doch davon ist Duisburg nun weiter weg als vorher. Als Stadt des Todes wird Duisburg nun vielmehr in die Geschichte eingehen. Auch die Schuldfrage bleibt ungeklärt. Die Veranstalter weisen alle Schuld von sich. Niemand will Schuld sein an dem Debakel. Die fröhlich bunte Loveparade, wird nun in alle Ewigkeit ein Symbol für Tod, Schmerz und Trauer stehen.

Auch der Promipool und seine Mitarbeiter gedenken an die Opfer der Loveparade 2010. Wir bedauern diesen Verlust zutiefst und sprechen allen Angehörigen, Freunden und Bekannten aufrichtiges Mitgefühl aus.


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